König Ludwig II.

Bayern huldigt seinem «Kini»

14. Juni 2026 , 14:55 Uhr

König Ludwig II., Erbauer von Schlössern wie Neuschwanstein und Linderhof, ist seit 140 Jahren tot. Königstreue gedenken des Märchenkönigs - und auch der heutige Regent des Freistaates reiht sich ein.

Königstreue und Monarchiefans haben am Wochenende im Freistaat des bayerischen «Märchenkönigs» Ludwig II. gedacht. Der Monarch, auf dessen Initiative unter anderem der Bau der weltweit berühmten Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee zurückging, war vor 140 Jahren tot im Starnberger See gefunden worden. 

Ludwig-Fans in Tracht 

In der Nähe der damaligen Fundstelle feierten am Sonntag rund 1.000 Ludwig-Fans einen Gottesdienst. Gekommen waren Vereine von Königstreuen aus ganz Bayern, viele erschienen in Tracht oder Uniform und legten Blumen am zu Ehren des Herrschers errichteten Kreuz am Seeufer nieder. Unter weiß-blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein wurde am Ende des Gottesdienstes die Bayernhymne intoniert.

Der Tod von Ludwig II., im bayerischen Dialekt «Kini» genannt, gilt auch nach 140 Jahren noch immer als rätselhaft. Der König kam am 13. Juni 1886 im Alter von 40 Jahren ums Leben. In München erinnert seit Samstag ein neues Denkmal an den «Märchenkönig». 

Ministerpräsident Markus Söder nahm an der Enthüllungsfeier an der Corneliusbrücke teil. Ludwig habe sich nicht nur der Kunst, sondern auch der Wissenschaft verschrieben und mit der Gründung der Technischen Universität in München eine der führenden Hochschulen in der EU geschaffen, sagte der Regierungschef. 

Söder setzt Politik der Wittelsbacher fort

«Diese Politik der Wittelsbacher aus Tradition und Fortschritt setzen wir bis heute entschlossen fort», sagte Söder. Bayern ehrt seinen wohl bekanntesten Monarchen am Wochenende mit mehreren Veranstaltungen. Höhepunkt ist neben der Enthüllung des Denkmals in München ein Gedenkgottesdienst in Berg am Starnberger See.

Kaum eine historische Figur prägt das Bild Bayerns bis heute so stark wie der Erbauer von Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof. Hunderttausende Besucher drängen jedes Jahr durch die Schlösser von Ludwig II.

Sonderführungen zu Ludwig

Als Vertreter des Hauses Wittelsbach waren beim Gottesdienst in Berg Ludwig Prinz von Bayern und seine Schwester Auguste Prinzessin zu Lippe mit ihrer Familie zugegen. Ein gesondertes Gedenken in der Münchner Michaelskirche, wo der König die letzte Ruhe fand, ist nach Angaben der Verwaltung des Herzogs von Bayern in diesem Jahr nicht geplant.

In der Region Starnberg sind auch Sonderführungen auf den Spuren Ludwigs II. sowie weitere Veranstaltungen an Originalschauplätzen seines Lebens und seiner letzten Tage angekündigt. Am Sonntag eröffnet etwa im Museum Starnberg die Dauerausstellung «Ludwig II. – Die letzten Tage des Märchenkönigs» über die letzten vier Tage im Leben des Monarchen. Die Schau widmet sich den Ereignissen zwischen seiner Entmachtung auf Schloss Neuschwanstein und seinem Tod in Berg. 

«Märchenkönig» mit 18 auf dem Thron

Geboren wurde Ludwig am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg in München. Mit 18 Jahren bestieg er den Thron – jung, unerfahren und mehr an Kunst, Musik und Poesie interessiert als an Regierungsgeschäften. Zugleich war er fasziniert von moderner Technik. Er gründete 1868 die Technische Universität München (TUM). Seine Schlösser gehörten zu den technisch fortschrittlichsten Europas. Vor allem Neuschwanstein gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Kontinents.

Quelle: dpa

 

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