Alternative zur Schusswaffe?

Bayerische Polizei darf Taser bei Streife erproben

03. Juni 2026 , 14:21 Uhr

Bayerns Polizistinnen und Polizisten testen bald Elektroschockgeräte im Streifendienst. Was sich das Innenministerium davon erhofft und warum der Einsatz umstritten ist.

Bayerns Polizistinnen und Polizisten dürfen bei einem Pilotprojekt den Einsatz von Tasern im Streifendienst erproben. «Die bayerische Polizei sieht sich einer wachsenden Zahl von Einsatzlagen mit Gewaltandrohungen und tätlichen Angriffen konfrontiert», teilte das Innenministerium in München mit. Der Einsatz der Geräte, mit denen aus der Distanz Elektroschocks abgegeben werden können, solle Beamten schützen und sei zudem «ein möglichst schonendes und wirksames Einsatzmittel». 

Der Taser-Einsatz bei der Polizei ist nicht ganz neu. In Bayern wird die Waffe bereits seit 2006 von Spezialeinheiten genutzt und seit 2021 bei geschlossenen Einheiten wie dem bayerischen Unterstützungskommando. Von Montag an soll der Einsatz von den Polizeiinspektionen Schweinfurt, Regensburg Süd und Augsburg Mitte erstmals im Streifendienst getestet werden. 

Taser-Einsatz umstritten

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte sich in den vergangenen Jahren noch zurückhaltend zu Taser-Einsätzen im Streifendienst geäußert. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte den Einsatz der Geräte dort aber wiederholt gefordert. 

Der Einsatz der Elektroschockgeräte sorgt immer wieder für Debatten. Beispielsweise kam nach tödlichen Schüssen von Polizisten auf eine mutmaßliche Messerstecherin in München im vergangenen Jahr die Frage auf, ob ein Taser den Tod der Frau hätte verhindern können. 

Kritiker stellen aber die Wirksamkeit der Geräte infrage und warnen zudem: Die Hemmschwelle, den Taser zu nutzen, sei niedriger als bei einer Schusswaffe. Das beobachteten etwa Wissenschaftler der Polizei-Hochschule in Nordrhein-Westfalen.

Quelle: dpa

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