Wie es mit dem Ankerzentrum und dem ehemaligen US-Gelände in Bamberg weitergeht, hängt stark von der künftigen Asyl- und Migrationspolitik der neuen Bundesregierung ab. Im Stadtrat gestern Abend berichtete Oberbürgermeister Andreas Starke über den aktuellen Stand. Kurz zusammengefasst: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann habe zugesagt, mit dem neuen, noch unbekannten Bundesinnenminister Gespräche zu führen. Doch auch die Bundespolizei und deren Präsident sollen gehört werden, so Starke:
„Ja, das ist zwingend erforderlich, denn die Fläche, die die Bundespolizei jetzt in Anspruch nimmt mit dem Aus- und Fortbildungszentrum, gehört der Bundesrepublik. Auch die Fläche des Ankerzentrums gehört der Bundesrepublik. Deswegen müssen die auch an den Verhandlungstisch.“
Die Stadtspitze will in anstehenden Verhandlungen mit dem Freistaat geschlossen auftreten und das Beste für Bamberg erreichen. Deshalb vereinbarte der Stadtrat gestern Abend Geschlossenheit in der Vorbereitung und einen respektvollen Umgang mit dem Thema. Vorausgegangen war eine sehr hitzige Debatte um den Forderungskatalog der Fraktion der Bamberger unabhängigen Bürger.
Bereits am 4. Februar fand ein weiteres Gespräch zwischen Oberbürgermeister Starke und Innenminister Joachim Herrmann in München statt, bei dem vereinbart wurde, dass auch die an das Ankerzentrum angrenzende Bundespolizei in die Beratungen zu integrieren ist. Außerdem müsse „die Bildung einer neuen Bundesregierung in den Blick genommen werden“, so Starke in seinem Bericht. Ein positives Ergebnis gebe es bereits: Der Innenminister habe zugesagt, die Verstärkung der Buslinie 923 bis Ende des Jahres weiter mitzufinanzieren, um eine Entlastung der Anwohnerschaft zu unterstützen. Die Gespräche sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden.