Feuchtfröhlich mit dem Schlauchboot auf der Isar feiern? Kombiniert mit Alkohol keine gute Idee, warnt die Polizei, die am Samstag den Bootsverkehr kontrolliert hat. «Das Problem ist tatsächlich das ungezügelte Partyverhalten, der viel zu hohe Alkoholkonsum, der dann diese Gefahren entstehen lässt, dann zu Notsituationen und Unfällen führt», sagte Jörg Greiner, Leiter der Grünwalder Polizeidienststelle anlässlich einer Kontrollaktion. Bei Anwohnern und Sportpaddlern hat das Vergnügen keinen guten Ruf. «Die sprechen von Ballermann auf der Isar.»
Zwischen 11.00 und 17.00 Uhr kontrollierte die Polizei fast 100 Schlauchboote, Kajaks und Stand-up-Paddles und es gab etliche Anzeigen. 15 Personen hätten den Alkohol-Grenzwert von 0,5 Promille überschritten gehabt, hieß es. In einem Boot saß laut Polizei ein fünfjähriges Kind, das statt einer Schwimmweste nur Schwimmflügel trug. In weiteren Fällen seien Glasflaschen an Bord gewesen – auch das ist laut Isarverordnung verboten.
«Die meiste Arbeit macht uns tatsächlich der Alkoholkonsum während der Bootsfahrt», resümierte Greiner, der von den vielen Schlauchbooten berichtet, die hier bei schönem Wetter unterwegs sind. «Der Durchlauf ist enorm mit Musikboxen, mit Alkohol.» Das sei im Sommer echt ein Problem. «Und wir haben fast jede Woche oder fast jedes Wochenende irgendwo im Verlauf einen Bootsunfall.»
Angefeuert durch den Alkohol unterschätzen die Leute nach den Erfahrungen der Polizei die Gefahren und sind bereit, ein höheres Risiko einzugehen – die Folge: «Gefahren, die sie nüchtern wahrscheinlich nicht eingehen würden».
Denn die Isar sei ein Wildfluss, warnt Greiner. Kiesbänke, ins Wasser gefallene Bäume, Treibgut, Strömungen und Strudel – all das sind Gefahren für die Menschen in den Schlauchbooten.
Besonders tückisch: Das Isarwehr in Großhesselohe, wo die Durchfahrt für Boote verboten ist. «Sie müssten eigentlich ans Ufer paddeln, das Boot kurz raustragen und umsetzen und dann weiterfahren.» Eine Aufforderung, die Freizeit-Bootsnutzer immer wieder ignorieren. «Sie fahren da trotzdem drüber, landen dann im Wehr, in der Wasserwalze, können sich nicht mehr selber befreien», beklagt der Beamte. Die Folge sei oft ein riesengroßer Rettungseinsatz mit Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst, teilweise Rettungshubschrauber, dazu das Risiko für die Retterinnen und Retter.
Doch in die Wasserwalze steigt auch das Rettungspersonal nicht rein. Das sei viel zu gefährlich. «Und dann haben Sie hier den alkoholisierten Bootsfahrer, den Freizeitkapitän, der meint, er kommt da durch», beklagt Greiner. Als Spaßverderber will die Polizei aber auch nicht gelten: «Wenn man sich an die Regeln hält, dann sind die Risiken einfach kalkulierbar».
Quelle: dpa