Autozulieferer Brose steigt in den Raumfahrt-Sektor ein

18. November 2025 , 13:08 Uhr

Der Coburger Autozulieferer Brose plant den Einstieg in den Raumfahrt- und Satellitensektor. Zu diesem Zweck habe man im Oktober «strategische Partnerschaften» mit zwei Fraunhofer-Instituten und einem Berliner Unternehmen für Raumfahrttechnologie geschlossen, teilte ein Sprecher von Brose mit. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Gemeinsam mit seinen Partnern will das oberfränkische Familienunternehmen Kleinsatelliten in Gewichtsklassen zwischen 50 und 500 Kilogramm entwickeln. Diese sollen den Angaben zufolge am Standort Würzburg in Serie hergestellt werden. Mit im Boot sind das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (Ernst-Mach-Institut) in Freiburg, das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) in Würzburg und das Berlin Space Consortium, ein Hersteller elektrischer Hall-Effekt-Antriebe. Diese sollen Kleinsatelliten besonders effizient und langlebig im All bewegen.

Mit den Kooperationen sei der Coburger Automobilzulieferer in der Lage, seine Fachkompetenz im Bereich Technologie auf die Raumfahrt zu übertragen, sagt Raymond Mutz, Geschäftsführer Antriebe bei Brose, laut einer Mitteilung. Frank Schäfer, stellvertretender Leiter des Ernst-Mach-Instituts in Freiburg, hob die Verbindung von Forschung und industrieller Fertigung hervor.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) lobte die Kooperation als «starkes Signal für Bayern und den Raumfahrtstandort Würzburg». Bereits heute seien die unterfränkische Universitätsstadt und ihre Region «ein zentraler Knotenpunkt für satellitenbasierte Technologien».

Im Frühjahr 2025 galt das Würzburger Brose-Werk noch als gefährdet. Denn zuletzt hatte das Unternehmen rote Zahlen geschrieben und das vergangene Jahr mit einem Verlust von 142 Millionen Euro abgeschlossen. Ursache waren die rückläufige Produktion und die Kosten der laufenden Restrukturierung. Die Umsätze sanken 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 200 Millionen auf 7,7 Milliarden Euro. Insgesamt beschäftigt Brose 32.000 Menschen in 24 Ländern.

«Die jetzt vereinbarten Partnerschaften sind ein zentraler Baustein zur Sicherung des Brose-Standorts Würzburg», teilte die Würzburger Bundestagsabgeordnete Hülya Düber (CSU) mit. Mit dem Einstieg in die Raumfahrttechnologie würden hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und bestehende Kompetenzen weiter ausgebaut.

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