Prozesse

Auto als Mordwaffe? - Prozess um Attacke an Autohof beginnt

23. März 2026 , 11:26 Uhr

Ein Streit mit ihrem Lebensgefährten soll eine Frau so wütend gemacht haben, dass sie ihn mit dem Auto überfahren wollte. Er war jedoch nicht das einzige Opfer.

Aus Wut soll eine Frau versucht haben, ihren Lebensgefährten nach einem Streit mit dem Auto an einer Tankstelle zu überfahren. Dafür ist die 43-Jährige wegen versuchten Mordes in vier Fällen und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen vor dem Landgericht in Nürnberg angeklagt. Am ersten Prozesstag habe sich diese nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte eine Gerichtssprecherin.

Bei der Attacke im vergangenen Juli an einem Autohof nahe der Autobahn 9 hatte die Frau nach Ansicht der Staatsanwaltschaft es zumindest billigend in Kauf genommen, dass sie auch den Tankstellenmitarbeiter und zwei Passanten habe töten können. Ihr Lebensgefährte wurde demnach so schwer verletzt, dass er mehrere Tage im Krankenhaus bleiben musste und drei Monate arbeitsunfähig war. Auch ein Zeuge sei verletzt worden.

Mit dem Auto in die Tankstelle gekracht

An der Tankstelle in Hilpoltstein (Landkreis Roth) sei es an dem Abend zum Streit zwischen der Frau und dem Mann gekommen, heißt es in der Anklageschrift. Daraufhin sei die Frau in ihr Auto gestiegen, habe Gas gegeben und sei auf den Mann mit mindestens etwa 34 Kilometern pro Stunde zugefahren. Dieser habe sich mit einem Sprung zur Seite gerettet.

Die Frau habe mit quietschenden Reifen gewendet und erneut versucht, ihren Freund zu überfahren, wirft die Staatsanwaltschaft ihr vor. Der Mann sei aber in die Tankstelle geflüchtet. Das Auto der Frau habe dann die Eingangstür durchbrochen. 

Die Tür habe das Opfer unter sich begraben. Anschließend habe die Angeklagte den Mann mit einer Glasscherbe angegriffen und diesem viermal in den Oberkörper gestochen. Herumfliegende Teile und Glassplitter verletzten demzufolge außerdem einen Mann, der sich in der Nähe aufhielt.

Quelle: dpa

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