Geschichte

Auschwitz-Gedenken: Überlebender warnt vor wachsendem Hass

27. Januar 2026 , 17:32 Uhr

Die Gedenkstätte Auschwitz verzichtet zum 81. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers auf Politikerreden. Im Mittelpunkt stehen die mahnenden Worte der Überlebenden.

Bei der Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung des früheren deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat ein Überlebender vor zunehmendem Hass in der Gesellschaft gewarnt. Es gebe derzeit viele Zeichen, die ihm nur allzu bekannt seien, sagte der 96 Jahre alte Auschwitz-Überlebende Bernard Offen. «Ich sehe den wiederauflebenden Hass. Ich sehe Gewalt, die wieder gerechtfertigt wird. Und ich sehe Menschen, die glauben, dass ihre Wut mehr zählt als das Leben eines anderen Menschen.» 

Die Gedenkstätte in Polen hatte in diesem Jahr bewusst auf Reden von Politikern und Diplomaten verzichtet, damit die Aufmerksamkeit vollkommen auf den Aussagen der ehemaligen Häftlinge liegt, wie ihr Leiter Piotr Cywinski vor der Feier betont hatte. Die Teilnahme der Überlebenden hat eine besondere Relevanz, weil viele von ihnen bereits sehr betagt sind. 

Polens Staatschef: Auschwitz ist auch Symbol der Gleichgültigkeit

An der Gedenkfeier nahm auch Polens Präsident Karol Nawrocki teil. Der rechtskonservative Staatschef legte zuvor einen Kranz an einer Tafel ab, die an den ersten Transport polnischer Häftlinge in das Lager erinnerte. «Auschwitz ist ein Symbol für die Barbarei, aber auch für die Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod Unschuldiger», sagte Nawrocki. Es sei die Verpflichtung Polens, an die Tragödie des Holocausts zu erinnern, aber auch an das, was sich vor 1939 und nach 1945 ereignet habe. «Nur 15 Prozent der Täter aus deutschen Konzentrationslagern mussten sich später dafür verantworten. Die Welt hat viele Jahre lang den Kopf von dieser Tragödie weggedreht.»

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau steht symbolhaft für den Holocaust und das Grauen des Nationalsozialismus. Rund 1,1 Millionen Menschen starben hier zwischen 1940 und 1945, die meisten von ihnen waren Juden. Sie wurden erschossen, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten.

Quelle: dpa

 

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