Winterwetter

Sturmtief «Elli» bringt Glatteis und Schnee - Schulausfall

08. Januar 2026 , 23:03 Uhr

Sturmtief «Elli» bringt Schnee, Glatteis und Sturmböen nach Bayern. Schulen bleiben dicht. Wo es besonders gefährlich wird, wie die Aussichten sind - und welche Folgen das Winterwetter hat.

Der Winter hat Bayern mit Eis und Schnee fest im Griff. Schwierige Wetterverhältnisse werden vor allem in der Nacht und am Freitag erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in Teilen des Freistaats mit Schnee und später gefrierendem Regen, der Straßen und Fußwege in spiegelglatte Rutschbahnen verwandeln könnte. 

Mancherorts könnten Schneeverwehungen und Sturmböen für schwierige Straßenverhältnisse sorgen. In den Bergen gibt es Neuschnee – bis zu 20 Zentimeter werden zunächst erwartet. 

In der Oberpfalz sowie im niederbayerischen Landkreis Kelheim bleiben deshalb vorsorglich Schulen am Freitag geschossen, wie aus einer Auflistung des Kultusministeriums hervorgeht. 

Scheußliches Wetter dank «Elli»

Schuld an der ungemütlichen Wetterlage ist Sturmtief «Elli». Der DWD sprach eine Unwetterwarnung aus. Vor allem in weiten Teilen Ostbayerns herrscht demnach die Warnstufe drei von vier. 

In der Nacht zum Freitag erwarten die Meteorologen schwerpunktmäßig im Norden und Osten Bayerns teils kräftigen Schneefall. Von Südwesten her gehe der Schnee in Regen über. Bis etwa Freitagmittag sei über mehrere Stunden hinweg mit anhaltendem gefrierendem Regen zu rechnen, teilte der DWD mit. Betroffen sei ein Band vom Allgäu über Oberbayern bis in das südliche Mittelfranken, Niederbayern und die Oberpfalz. Im westlichen Franken und in Schwaben sei dagegen nur gebietsweise und vorübergehend Glatteis zu erwarten.

Wetterbedingte Unfälle – Auto versinkt in eisigen Fluten 

In Teilen Bayerns schneite es schon tagsüber; es gab wetterbedingte Unfälle. Soweit bisher bekannt, blieben aber schwere Unfälle weitgehend aus. 

Glück im Unglück hatten zwei 18-Jährige in Ichenhausen im schwäbischen Landkreis Günzburg: Eine Rutschpartie mit Vaters Auto auf schneeglatter Straße endete in eisigem Wasser. Der 18-jährige Fahrer verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, das zwischen einer Brücke und einem Baum den Abhang hinunter schoss und im eisigen Wasser der Günz landete. Der Beifahrer konnte noch rechtzeitig die Beifahrertüre öffnen, beide konnten das sinkende Auto verlassen. Sie schwammen ans wenige Meter entfernte Ufer und brachten sich unterkühlt, aber unverletzt in Sicherheit. Das Auto sank auf den Grund des vier Meter tiefen Gewässers. 

Polizei lobt umsichtige Autofahrer

In Petersdorf im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg landete ein Lastwagen im Graben. Auch in Hagelstadt im oberpfälzischen Landkreis Regensburg schlitterte ein Wagen auf schneeglatter Straße in den Graben. Fahrer und Beifahrer blieben laut Polizei unverletzt. Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 299 bei Neustadt an der Donau geriet ein 43-Jähriger mit seinem Wagen in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Bei manchen Autofahrern kamen die Warnungen der Behörden und Meteorologen offenbar an. Das Polizeipräsidium Niederbayern lobte die Umsicht der Verkehrsteilnehmer am Donnerstag.

Autofahrten meiden – oder warmen Decke und Getränke mitnehmen 

Der DWD riet den Menschen in den betroffenen Gebieten, Aufenthalt im Freien und Autofahrten zu vermeiden. Wer dennoch fahre, solle die Fahrweise anpassen, möglichst volltanken sowie Decken und warme Getränke mitnehmen. 

Nach einem kurzen Anstieg der Temperaturen erwarten die Wetterexperten in der Nacht zu Samstag wieder Schnee, vor allem in den Mittelgebirgen und den Alpen. Dann gibt es auch wieder klirrenden Frost: Bereits in der Nacht zum Sonntag erwartet der DWD frostige -4 bis -9 Grad, in Teilen Nordbayerns sogar bis -13 Grad.

Kein Präsenzunterricht an vielen Schulen in Ostbayern

Schülerinnen und Schüler an Schulen in der Oberpfalz können am Freitag wegen der Glättegefahr zu Hause bleiben. Bis zum Abend wurde in allen Landkreisen des Regierungsbezirks der Präsenzunterricht abgesagt, wie aus Mitteilungen auf einem Meldeportal des bayerischen Kultusministeriums hervorgeht.

Betroffen sind demnach Schulen in den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz, Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Tirschenreuth, Cham und Regensburg sowie in den kreisfreien Städten Weiden, Amberg und Regensburg. Auch im niederbayerischen Landkreis Kelheim fällt der Präsenzunterricht aus. Als Grund wurde teils die «akute Glatteisgefahr» genannt. 

In anderen Landkreisen wie etwa in Traunstein, Rosenheim, Ebersberg und Berchtesgadener Land in Oberbayern sowie in Wunsiedel im Fichtelgebirge entschieden die Landratsämter sich zunächst gegen eine Absage des Präsenzunterrichts. Eltern, deren Kinder wegen des Wetters nicht in die Schulen kommen können, sollten aber die Schule informieren – die Kinder seien damit vom Unterricht entschuldigt, betonten die Behörden.

Vorbereitungen bei der Bahn 

Bei der Deutschen Bahn (DB) kam es in Bayern zunächst nicht zu größeren Störungen. Die Bahn hat ihre Wintervorbereitungen im Freistaat dieses Jahr intensiviert. Von den mehr als 10.000 Weichen in Bayern können laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen, sagte eine Sprecherin. Auch eine dünne Eisschicht auf der Oberleitung etwa bei gefrierendem Regen sei meist kein Problem. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungen gefeit.

Im Landkreis Bayreuth sollen am Freitag vorsichtshalber keine Bürgerbusse verkehren, die das öffentliche Verkehrsnetz für mobilitätseingeschränkte und ältere Menschen ergänzen. Auch im Wintersportgebiet am Großen Kornberg im Landkreis Hof gibt es Einschränkungen. 

Achtung vor Lawinen

Noch ist die Lawinengefahr in den bayerischen Bergen gering – doch das könnte sich schnell ändern: In der Nacht werden laut bayerischem Lawinenwarndienst bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet, in Hochlagen der Allgäuer Alpen bis zu 15 Zentimetern. Hinzu kommt starker Wind, teils mit Orkanböen bis 120 Stundenkilometern. Windverfrachtungen lassen dort, wo der Schnee liegen bleibt, die Lawinengefahr steigen. «Mit stürmischem Wind und Neuschnee steigt die Lawinengefahr weiter an», erläutern die Experten des Warndienstes mit Blick auch auf Schneeschuhwanderer und Skitourengeher, die trotz schlechten Wetters aufbrechen könnten. Denn bisher hatten sie in diesem Winter in Bayern noch wenig Chancen auf frischen Neuschnee.

Quelle: dpa

 

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