Die Asiatische Tigermücke verbreitet sich zunehmend in Europa. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigt nun einen Tigermückenfund im Bereich der Eckbertstraße und des Nebingerhof in der Stadt Bamberg. Die Mücke war von einem Bürger in der Eckbertstraße gefunden und an das LGL geschickt worden. Bewohner in einem Umkreis von 500 Metern werden nun vom Gesundheitsamt informiert, wie sie mithelfen können, eine Ausbreitung zu verhindern.
Der Tigermückenfund stellt keinen Grund zur gesundheitlichen Besorgnis dar, betont das Landratsamt in einer Mitteilung. In Deutschland wird das Risiko einer Infektion (z.B. Dengue-Fieber) durch den Stich einer Tigermücke derzeit noch als gering erachtet, da diese Erkrankungen bei uns bisher nur über Reiserückkehrer eingetragen werden. Daher gibt es aktuell nach einem Stich durch die Tigermücke keinen Grund zur Sorge.
Die tagaktive, sehr kleine und auffällig schwarz- weiß gestreifte Tigermücke tritt jedoch aufgrund ihres aggressiven Stechverhaltens als sehr unangenehmer „Lästling“ in Erscheinung, so dass eine Ausbreitung die Aufenthaltsqualität im Freien für die Bevölkerung stark beeinträchtigen kann. Der Flugradius der Asiatischen Tigermücke beträgt etwa 200 Meter.
Nach dem nachgewiesenen Erstfund der Tigermücke in der Stadt Bamberg wird zunächst ein systematisches Mückenmonitoring durchgeführt. Dabei kommen spezielle Tigermückenfallen zum Einsatz, die gezielt zur Identifikation und Erfassung einer möglichen Population dienen. Die Fallen imitieren Brutstätten und stellen keine Gefahr für Mensch oder Tier dar. Das Monitoring muss eine komplette Brutsaison erfassen und wird daher ab Frühjahr 2027 im Bereich des Fundorts durchgeführt. Ergibt das Monitoring, dass sich eine Population der asiatischen Tigermücke niedergelassen hat, werden Maßnahmen zur Bekämpfung geplant.
Tigermücken gehören zu den sogenannten Container-Brütern und legen ihre Eier in Kleingewässern ab. Tigermücken sind in der Lage, reiseassoziierte Erreger wie das Chikungunya-, Dengue- oder Zika-Virus zu übertragen.
Jeder kann dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zu verhindern. Dabei geht es einerseits darum, verdächtige Mücken zur Untersuchung einzusenden sowie möglichst keine Brutstätten zu bieten. Bürgerinnen und Bürger im engeren Umkreis des Fundortes werden hierzu in diesen Tagen mit einer Hauswurfsendung über Handlungsmöglichkeiten und Kontaktadressen im Falle eines verdächtigen Fundes informiert.
Der Flugradius der Tigermücke ist mit rund 200 Metern gering. Die Eier der Asiatischen Tigermücke sind unempfindlich gegenüber Trockenheit und Kälte, so dass Asiatische Tigermücken auch in unserer Region überwintern können.
Daher sollten die folgenden Handlungsempfehlungen berücksichtigt werden:
Wasseransammlungen vermeiden, zum Beispiel durch wöchentliches Leeren von Blumenuntersetzern, Vogeltränken, Grabvasen und durch Reinigen verstopfter Regenrinnen
Derartige Behälter regelmäßig und gründlich reinigen, um Stechmückeneier zu entfernen (Reinigung mit heißem Wasser, Ausschrubben der Gefäße).
Unbenutzte Behälter entfernen oder umdrehen, damit sich keine Regenwasseransammlungen bilden (z.B. Gießkannen, Spielzeug)
Regentonnen mückensicher abdichten (z.B. Mückennetz, Deckel)
Bürgerinnen und Bürger, die auffällige Stechmücken entdecken, können diese Exemplare zusammen mit dem Einsendebogen an das LGL senden:
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Landesinstitut für Tiergesundheit II
Sachbereich TG 6.3
Veterinärstr. 2
85764 Oberschleißheim
Zum Einsendebogen:
Wichtig ist, dass die Stechmücken möglichst im Ganzen versendet und nicht zerquetscht werden. Geeignetes Verpackungsmaterial sind zum Beispiel eine Streichholz- oder Tablettenschachtel, Bonbondosen oder Plastikröhrchen. Die Stechmücken sollten trocken gelagert und versendet, also nicht in Flüssigkeiten wie Alkohol eingelegt werden.
Alternativ ist auch eine Einsendung an den Mückenatlas – eine Kooperation von Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – möglich. Hinweise und ein Einsendeformular gibt es auf der Website des Mückenatlas: https://mueckenatlas.com/mueckenjaeger-werden/