Gewalt

Angriffe auf Rettungskräfte in Bayern – Polizei ermittelt

25. Januar 2026 , 09:38 Uhr

Zwei Angriffe auf Rettungskräfte in Niederbayern und Schwaben: Am Wochenende wurden Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit attackiert und verletzt. Die Polizei ermittelt wegen tätlichen Angriffs.

Rettungskräfte sind bei Einsätzen in Bayern erneut Ziel von Gewalt geworden. In Gablingen (Landkreis Augsburg) griff ein Betrunkener einen Notarzt an und in Saal an der Donau (Landkreis Kelheim) wurde ein Rettungssanitäter bei einem Einsatz verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Die Attacke in Gablingen fand den Angaben zufolge in einer Gemeinschaftsunterkunft statt. Dabei griff ein 18-Jähriger einen Notarzt mit einer zerbrochenen Glasflasche an, noch bevor dieser mit der Untersuchung beginnen konnte. Der Mediziner zog sich unverletzt zurück, die Polizei nahm den jungen Mann kurz darauf fest. Der den Angaben zufolge «stark alkoholisierte» 18-Jährige wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

26-Jähriger wohl in psychischem Ausnahmezustand

Zuvor war es bereits in Saal an der Donau zu einem schweren Angriff auf Rettungskräfte gekommen. Ein 26-Jähriger, der sich laut Polizei in einem psychischen Ausnahmezustand befand, griff dort zwei Rettungssanitäter unvermittelt an. Ein 40-jähriger Sanitäter wurde durch einen Schlag ins Gesicht verletzt und war anschließend nicht mehr dienstfähig.

Zudem wehrte er sich den Angaben zufolge massiv gegen später eintreffende Polizeibeamte und beleidigte die Einsatzkräfte. Erst einer Notärztin gelang es, ihn zu beruhigen. Er kam in ein Krankenhaus und soll in eine Psychiatrie verlegt werden, wie die Polizei mitteilte. In beiden Fällen leitete die Polizei unter anderem Ermittlungen wegen tätlichen Angriffs auf Rettungskräfte ein.

Rettungskräfte werden oft Ziel von Gewalt 

Dem Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes zufolge wurden im Jahr 2024 bundesweit 683 Fälle von Gewalttaten gegen Feuerwehrkräfte registriert, mit insgesamt 1.012 Betroffenen. Bei sonstigen Rettungskräften wurden 2.042 Fälle erfasst. Während die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant blieben, erreichte die Zahl der betroffenen Rettungskräfte mit 2.916 Opfern den höchsten Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2018.

Quelle: dpa

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