Umwelt

Amazonas: So wenig Waldbrände wie seit 40 Jahren nicht

21. Juli 2026 , 19:59 Uhr

Nach einer schweren Dürre gibt es positive Zeichen aus dem Amazonasgebiet. Doch der Klimawandel sowie Veränderungen in der Landnutzung sorgen laut Experten für Instabilität.

Im Amazonasgebiet sind im Jahr 2025 so wenig Waldflächen abgebrannt wie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 40 Jahren nicht mehr. Rund 3,1 Millionen Hektar waren im vergangenen Jahr von Bränden betroffen, rund 80 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus dem Jahresbericht der brasilianischen Überwachungsinitiative MapBiomas hervorgeht.

Im Allgemeinen sind Waldbrände in ganz Brasilien im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die verbrannte Fläche lag landesweit bei insgesamt 12,7 Millionen Hektar, verglichen mit mehr als 30 Millionen Hektar nach einer schweren Dürre im Jahr zuvor. Die Zahlen sind die niedrigsten seit 2018.

Mehr Wasserflächen verzeichnet

Nach zwei Jahren Dürre hätten im Amazonasgebiet im Jahr 2025 die von Wasser bedeckten Flächen wegen des gestiegenen Niederschlags zugenommen, teilte das Netzwerk in einer separaten Mitteilung mit. Die Wasserfläche lag demnach um rund 2,6 Prozent über dem historischen Durchschnitt.

Das sei zwar positiv. «Doch trotz dieser Erholung ist die Lage langfristig weiterhin besorgniserregend, da in der Region extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten», sagte Forscher Bruno Ferreira. Der Klimawandel sowie Veränderungen in der Landnutzung beeinflussten die Wasserlage.

Menschliche Aktivitäten sind oft für die Brände verantwortlich

Laut dem Brand-Bericht von MapBiomas zeigt die Analyse der vergangenen vier Jahrzehnte, dass mehr als 49 Prozent der gesamten verbrannten Flächen auf privaten ländlichen Grundstücken lagen, gefolgt von Siedlungen mit rund acht Prozent. Häufig werden Bäume zunächst gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland etwa für den Sojaanbau zu schaffen. Wenn es sehr trocken ist, geraten die Brände oft außer Kontrolle.

«Feuer ist ein Phänomen, das in verschiedenen brasilianischen Ökosystemen vorkommt und entweder auf natürliche Weise oder durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wird», heißt es in dem Bericht. Die tropischen Regenwälder Brasiliens, darunter das Amazonasgebiet, wiesen jedoch eine geringere Häufigkeit natürlicher Brände auf als andere Gebiete.

Das Netzwerk MapBiomas besteht aus Universitäten, Nichtregierungsorganisationen sowie Technologieunternehmen und wertet unter anderem Satellitenbilder aus.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

19.07.2026 Großer Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle Nordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bei Guadalajara bereits Tausende Hektar verbrannt. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. Woanders gab es hingegen gute Nachrichten. 18.07.2026 Trump: Kanada soll für Luftverschmutzung durch Brände zahlen Waldbrände überziehen große Teile der USA mit Rauchschwaden. US-Präsident Trump meint, in Kanada einen Schuldigen gefunden zu haben. Dabei liegt ein Teil der Brände in den USA. 17.07.2026 Größter Waldbrand des Jahres in Spanien - Hunderte evakuiert Starke Winde und hohe Temperaturen erschweren den Kampf gegen die Flammen in Nordostspanien. Mehrere Orte wurden evakuiert. In Dörfern sind Häuser beschädigt, die Stromversorgung ist unterbrochen. 13.07.2026 Wird das Trinkwasser knapp? Was die Bayern tun können Mit der Hitze steigt der Wasserverbrauch in Bayern. Was Kommunen und Experten raten und warum Poolbesitzer auf lokale Regeln achten sollten.