Nach Waldbrand

Wiederbewaldung am Saurüsselkopf soll 300.000 Euro kosten

03. November 2026 , 13:10 Uhr

Hunderte Kräfte kämpften im Mai gegen die Flammen am Saurüsselkopf. Nun treibt der Freistaat die Wiederbewaldung voran. Dabei kommt auch moderne Technik zum Einsatz.

Die Kosten für die Wiederaufforstung am Saurüsselkopf nach dem verheerenden Waldbrand im Mai dieses Jahres liegen bei knapp 300.000 Euro. Darin enthalten sind auch Gelder für ein begleitendes Forschungsprojekt, das den Erfolg untersuchen soll, wie Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) bei einem Besuch des Gebiets in den Chiemgauer Alpen sagte. Bei dem Waldbrand waren nach Angaben des Ministeriums rund 80 Hektar Schutzwald zerstört worden.

«Unsere Verantwortung liegt darin, dass wir den nächsten Generationen einen Wald schenken können, übergeben können, der sie genauso beschützt, wie er uns beschützt hat», sagte die CSU-Politikerin. Man setze alles daran, die wertvolle Schutzfunktion des Waldes so schnell wie möglich wiederherzustellen.

Aufforstung mit Schwerlastdrohne in unwegsamem Gebiet

Um das erreichen zu können, setzt die Forstverwaltung neben klassischer Bepflanzung auch auf moderne Technik. Für mehrere Tage kommt nun eine Schwerlastdrohne des Unternehmens «Skyseed» bei der Aussaat auf einem rund 40 Hektar großen Gebiet, das aufgeforstet werden soll, zum Einsatz. Auf diese Weise sollen insgesamt 126 Kilogramm Samen vor allem in den steilen, unwegsamen Bereichen am Saurüsselkopf verteilt werden.

Ausgesät werden etwa krautige Pflanzen wie Waldweidenröschen und sogenannte Pionierbaumarten wie die Birke, Lärche oder Vogelbeere. So soll die Grundlage geschaffen werden, damit dort langfristig wieder ein stabiler Bergwald entstehen kann. Doch selbst unter optimalen Bedingungen könne das schon dreißig bis fünfzig Jahre dauern – wenn nicht sogar länger, sagte Sebastian Rössert, Leiter der Fachstelle Schutzwaldmanagement Marquartstein.

Forstministerium: Einer der größten Waldbrände Bayerns

Der Waldbrand am Hang des knapp 1.300 Meter hohen Bergs war Anfang Mai ausgebrochen. Zuvor herrschte extreme Trockenheit. Hunderte Kräfte kämpften gegen die Flammen in dem unwegsamen Gelände, mehrere Hubschrauber kamen bei den Löscharbeiten aus der Luft zum Einsatz. Die Flammen loderten in einem schwer zugänglichen Bereich des Saurüsselkopfes, was die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen stellte. 

Insgesamt standen rund 160 Hektar in Flammen. Erst gut einem Monat nach dem Ausbruch des Waldbrandes wurde der Feuerwehreinsatz für beendet erklärt. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums handelte es sich um einen der schwersten und größten Waldbrände Bayerns.

Quelle: dpa

 

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