US-Präsident Donald Trump will im Haushalt 2027 Mittel für eine Wiederinbetriebnahme des berüchtigten Gefängnisses Alcatraz einplanen. Für die Projektplanung sollen 152 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) bereitgestellt werden, wie aus einem vom Weißen Haus veröffentlichten Etatentwurf hervorgeht. Alcatraz solle in eine hochmoderne Haftanstalt umgebaut werden, heißt es darin. Der Budgetplan der Regierung wird dem US-Parlament vorgelegt, das letztlich entscheidet.
Von 1934 bis 1963 war Alcatraz auf einer Insel in der Bucht von San Francisco das am meisten gefürchtete Gefängnis der USA. Die Felseninsel «The Rock» galt als ausbruchsicher – und als Verbannungsort für die «Schlimmsten der Schlimmsten». Dazu zählte unter anderem die Gangster-Legende Al Capone.
Grund für die Schließung 1963 waren unter anderem die hohen Betriebskosten. Wasser und Verpflegung mussten per Boot auf die Insel gebracht werden. In der rauen Seeluft verfielen die alten Gebäude zunehmend.
1972 wurde Alcatraz für Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht. Heute ist das ehemalige Gefängnis ein beliebtes Touristenziel. Die Insel steht als Museum und als Brutstätte für viele Vögel unter Denkmal- und Naturschutz.
Trump hatte im Mai vergangenen Jahres davon gesprochen, Alcatraz wieder in Betrieb zu nehmen, um dort Schwerverbrecher wegzusperren. Der Republikaner erklärte, er weise die zuständigen Behörden an, ein «vergrößertes und umgebautes Alcatraz wiederzueröffnen, um Amerikas skrupelloseste und gewalttätigste Straftäter unterzubringen». Alcatraz solle als Symbol für Recht und Ordnung dienen. Details für das ambitionierte Vorhaben nannte er nicht.
Experten gehen von Baukosten in Höhe von bis zu zwei Milliarden Dollar aus, um die verfallene Anlage zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Nach Angaben der Behörde, die für Bundesgefängnisse zuständig ist, waren im Alcatraz-Gefängnis über die Jahre durchschnittlich immer nur etwa 260 bis 275 Insassen untergebracht. Die Haftanstalt hat demnach nie ihre volle Kapazität von 336 Häftlingen erreicht – dort waren weniger als ein Prozent aller Bundesgefangenen inhaftiert.
Quelle: dpa