Oberverwaltungsgericht

Ahaus gibt Widerstand gegen Atommüll aus Bayern auf

12. Juni 2026 , 13:27 Uhr

Die Stadt gibt ihren Kampf gegen Castortransporte aus München auf und zieht einen Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht zurück. Begründung: Mangelnde Erfolgsaussichten.

Im juristischen Streit um die Einlagerung von bis zu 21 Castorbehältern aus dem Versuchsreaktor München II im Zwischenlager Ahaus hat die Stadt im Münsterland einen Rückzieher gemacht. Im März hatte Ahaus per Eilverfahren am nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) versucht, die Genehmigung durch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) anzugreifen. Dieser Antrag ist am Donnerstag zurückgenommen worden, wie eine OVG-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Stadt nennt in einer Mitteilung fehlende Erfolgsaussichten als Grund.

Das Bundesamt hatte im August 2025 eine Aufbewahrungsgenehmigung für den Atommüll aus Bayern erteilt. 2024 hatte das OVG entschieden, dass Atommüll aus dem rheinischen Jülich in Ahaus lagern darf. Hier geht es um 152 Castorbehälter. Auch dagegen war die Stadt gerichtlich vorgegangen, am Ende aber erfolglos. 

Rechtskräftige Genehmigungen

Das Zwischenlager in Ahaus hat rechtskräftige Genehmigungen zur Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren sowie bestrahlter Kugelbrennelemente aus dem ehemaligen Thorium-Hochtemperatur-Reaktor in Hamm aus dem Jahr 1987. Diese gelten bis zum 31. Dezember 2036. Soll weiterer Atommüll in Ahaus zwischengelagert werden, wie jetzt aus dem Forschungsreaktor in München, muss das Bundesamt Änderungsbescheide erteilen. Im Fall des Versuchsreaktors München II war es die 10. Änderungsgenehmigung.

Bislang nur Zwischenlager

Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden soll. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, unter anderem in Ahaus.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

02.06.2026 Tschechien startet Probebohrungen für Atommüll-Endlager Bohrungen bei Temelin: Wie sicher ist ein Atommülllager so nah an der bayerischen Grenze? Die endgültige Standort-Entscheidung soll spätestens im Jahr 2030 fallen. 11.06.2026 Prozess gegen Ex-Bürgermeister wegen Wahlfälschung im Herbst Ein langjähriger Bürgermeister gibt Wahlfälschung zu – daher muss in einem Dorf in Unterfranken noch einmal gewählt werden. Doch damit ist die Sache nicht abgehakt. Im November gibt es einen Prozess. 11.06.2026 Illegale Müllexporte: Angeklagter akzeptiert Haftstrafe Der Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma gesteht illegale Müllexporte nach Tschechien. Schon am ersten Prozesstag kommt es zur Einigung auf einen Strafrahmen. 11.06.2026 Lebenslange Haft für Mord an Mutter? Urteil nächste Woche Blutspuren, eine Mütze und Aussagen eines Kindes: Der Mord an einer Mutter erschüttert Augsburg. Wer ist der wahre Täter – und wie verstrickt, sind die Beteiligten wirklich?