Im Streit zwischen der Adidas-Konzernführung und den beteiligten Kommunen um die Streckenführung einer künftigen Drei-Städte-Tram im Großraum Nürnberg hat sich der Sportartikel-Riese offenbar durchgesetzt. Der eigentlich längst beschlossene Trassenverlauf werde geändert, teilte der zuständige Zweckverband mit.
Adidas werde die weitere Planung unterstützen und sich an den Investitions- und Betriebskosten der geänderten Streckenführung «maßgeblich» beteiligen, hieß es vom Zweckverband. Der Konzern um Firmenchef Björn Gulden hatte bemängelt, dass durch die ursprünglich geplante Streckenführung der Adidas-Campus durchschnitten werde.
Die «Süddeutsche Zeitung» hatte unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, dass es bei einem Schlichtungsgespräch unter anderem mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Adidas-Vorstandschef Gulden zu einem Eklat gekommen sein soll. Gulden soll sich massiv im Ton vergriffen und den Kommunalpolitikern mit einem Wegzug von Teilen der Konzernzentrale aus Herzogenaurach gedroht haben.
Adidas wies die Darstellung als «nicht korrekt» zurück. Gulden wird in der Mitteilung des Zweckeverbandes mit den Worten zitiert: «Wir haben gemeinsam eine sehr gute Lösung gefunden. Der einzigartige adidas Campus bleibt erhalten.»
Die Stadt-Umland-Bahn soll die Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden, ein Baubeginn könnte frühestens 2028 erfolgen. Herzogenaurach, Firmensitz der drei weltweit operierenden Großunternehmen Schaeffler, Puma und Adidas, ist bisher nur mit Buslinien an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.
Allerdings gibt es auch innerhalb der CSU keine einhellige Meinung zu dem Projekt: Während Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder sowie sein Verkehrsminister Christian Bernreiter es befürworten, ist die Erlanger CSU ungeachtet eines bereits erfolgten Bürgerentscheids weiterhin gegen den Bau der Tram. Sollte es bei den bevorstehenden Kommunalwahlen zu einem Erfolg der CSU in Erlangen kommen, könnte die Debatte neu an Fahrt gewinnen.
Quelle: dpa