Eishockey bei Olympia

2:1 gegen Frankreich: DEB-Frauen kurz vor Viertelfinaleinzug

09. Februar 2026 , 20:00 Uhr

Deutschlands Eishockey-Frauen haben gegen die Französinnen deutlich mehr Mühe als erwartet. Erst in der Verlängerung erlöst Nina Jobst-Smith das deutsche Team.

Die deutschen Eishockey-Frauen stehen bei den Olympischen Winterspielen kurz vor dem Einzug ins Viertelfinale. Das Team gewann in Mailand mit mehr Mühe als erwartet 2:1 nach Verlängerung (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) gegen Frankreich. Vor den Augen von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und ihrem Vorgänger Thomas Bach vergab das deutlich favorisierte deutsche Team zu viele Torchancen und kam erst in einer spannenden Verlängerung durch einen Treffer von Nina Jobst-Smith zum Sieg (62. Minute).

«In so einem Moment das entscheidende Tor zu schießen, ist sehr besonders», sagte die Torschützin. Dass die Deutschen für ihre zwei Treffer 47 Torschüsse brauchten, hatte für die 24-Jährige einen Grund: Frankreichs Torhüterin Alice Philbert. «Sie hat ein großartiges Spiel gemacht», sagte Jobst-Smith.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Italien am Dienstag (16.40 Uhr) braucht das DEB-Team nun maximal noch einen Punkt. Gewinnt Gruppenkonkurrent Japan im Spiel zuvor nicht in der regulären Spielzeit gegen die favorisierten Schwedinnen (12.10 Uhr), steht der Viertelfinaleinzug bereits vor dem Spiel der Deutschen fest. Das deutsche Team besiegte vor wenigen Tagen Japan mit 5:2 und wäre in einem direkten Vergleich vorne. In einem möglichen Viertelfinale wartet dann aller Voraussicht nach einer der Topfavoriten des Turniers, die USA oder Kanada.

Deutsches Team vergibt zu viele Torchancen

Das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod übernahm im ersten Drittel schnell das Kommando und setzte sich früh in der Hälfte der Französinnen fest. Frankreich schaffte es mit zunehmender Spieldauer immer weniger, für Entlastung zu sorgen und kassierte unter Druck immer wieder Zeitstrafen. Nach einigen vergebenen Torchancen brach Laura Kluge 35 Sekunden vor der Pause schließlich den Bann, als sie in Überzahl ein Zuspiel von Kapitänin Daria Gleißner zum 1:0 verwertete.

Das zweite Drittel verlief zunächst ausgeglichener, bevor die Deutschen wieder dominanter wurden, einen weiteren Treffer aber verpassten. Das rächte sich im letzten Drittel, als Estelle Duvin plötzlich frei vor dem Tor von Sandra Abstreiter auftauchte und zum 1:1 traf (49.). Angefeuert von den deutschen Fans in der provisorisch errichteten Eishalle auf dem Mailänder Messegelände drängte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds auf den Sieg, in der regulären Spielzeit wollte das 2:1 aber nicht gelingen. In der Verlängerung erlöste dann Jobst-Smith nach 67 Sekunden das deutsche Team.

Nun steht mit der Partie gegen die Gastgeber ein besonderes Spiel an. «Das wird eine super Stimmung in der Halle. Unser Ziel ist es, das leise zu halten, denn das würde bedeuten, dass wir gut sind», sagte Abstreiter.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

07.02.2026 Keine Superstar-Allüren: Draisaitl sieht gute Olympia-Chance Erstmals seit sieben Jahren spielt Leon Draisaitl wieder für Deutschland. Bei seiner Olympia-Premiere erlebt er schnell ganz besondere Momente und sieht im starken DEB-Kader eine große Chance. 04.02.2026 Forsches Ziel und Systemfehler: Start der Eishockey-Frauen Das Frauen-Eishockey in Deutschland findet so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Erstmals seit 2014 sind die deutschen Frauen wieder bei Olympia dabei. Die Bühne wollen sie nutzen. 09.02.2026 Die NHL bestimmt: Superstars starten mit Jetlag bei Olympia In Mailand startet am Mittwoch das wohl beste Eishockeyturnier jemals. Die NHL-Superstars freuen sich wie kleine Kinder auf ihre Olympia-Premiere. Zeit zur Eingewöhnung ist ihnen aber nicht vergönnt. 04.02.2026 Draisaitl und Schmid tragen deutsche Fahne bei Olympia Die Wahl ist gefallen: Leon Draisaitl und Katharina Schmid tragen bei der Olympia-Eröffnung die deutsche Fahne. Bei der Abstimmung gab es eine Rekordbeteiligung für Winterspiele.