Hochschulmedizin

190 Millionen Euro für neues Uniklinik-Intensivzentrum

11. Februar 2026 , 13:37 Uhr

Neues Hightech-Medizinzentrum, Protest im Park: Was hinter dem millionenschweren Ausbau des Augsburger Uniklinikums steckt – und warum Naturschützer Alarm schlagen.

Nach rund zehnjähriger Bauzeit hat das Augsburger Universitätsklinikum ein neues Intensivzentrum. Das Zentrum fasst 135 Betten, die Investitionskosten belaufen sich nach Angaben des Uniklinikums auf rund 190 Millionen Euro. Einige Dutzend Umweltschützer demonstrierten aus Anlass der offiziellen Eröffnung dagegen, dass in den 2030er Jahren das Hauptgebäude des Klinikums auf der angrenzenden Parkanlage neu errichtet werden soll.

Das Klinikum bezeichnet den Neubau als Bayerns modernstes Zentrum für Intensivtherapie. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) kündigte an, dass der Freistaat nun in Augsburg «eines der modernsten Hochschulmedizin-Zentren in Europa entwickeln» werde. Hintergrund ist, dass Bayern erst vor wenigen Jahren das einstmals kommunale Klinikum übernommen hat und derzeit an der Augsburger Uni für eine Milliardensumme eine neue Medizinfakultät aufbaut.

Intensivzentrum wurde deutlich teurer als geplant

Zu Beginn der Arbeiten an dem Zentrum für Intensivtherapie wurde das Klinikum noch von Stadt und Landkreis Augsburg getragen. Damals waren Ausgaben von 106 Millionen Euro kalkuliert worden. Nach Angaben eines Sprechers gab es mehrere Gründe für die Kostensteigerungen, unter anderem ein Wasserschaden auf der Baustelle.

Das Uniklinikum ist das wichtigste Krankenhaus im Bezirk Schwaben. Etwa 7.600 Mitarbeitende sind dort in mehr als 24 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren beschäftigt. Fast 300.000 Patienten werden jedes Jahr ambulant oder stationär behandelt.

Weil das Hauptgebäude in die Jahre gekommen ist, soll es komplett neu gebaut werden. Dafür soll der große Park neben dem Klinikum weichen. Naturschützer verweisen auf den ökologischen Wert des sogenannten Klinikparks und verlangen, dass ein Alternativstandort genauer geprüft wird. Mehr als 1.500 Menschen haben bislang eine entsprechende Online-Petition unterzeichnet.

Quelle: dpa

 

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