Bei den «Löwen» kribbelt es. Beim Neustart in der Regionalliga steht für 1860 München das erste Heimspiel im Grünwalder Stadion nach dem Ende der Hasan-Ismaik-Ära an. Nachdem schon zum Liga-Start vorige Woche tausende TSV-Fans nach Schweinfurt gepilgert waren, wird rund um das Duell mit dem FC Augsburg II am Freitag (19.00 Uhr/BR-Stream) nun ein euphorisches Fußball-Fest in Blau und Weiß in Giesing erwartet.
«Wir freuen uns extrem auf das erste Heimspiel», verkündete Trainer Alper Kayabunar. «Es wird eine Mega-Unterstützung geben. Man spürt die Vorfreude.» Stürmer Florian Niederlechner schwärmte im BR: «Es ist Wahnsinn! Vor drei, vier Wochen lag alles in Trümmern. Man wusste gar nicht, wie es weitergeht.» Und nun? «Volle Euphorie, Aufbruchstimmung», betonte er.
Während Kayabunar bereits in der vorigen Saison als Interimscoach eine Partie in dem altehrwürdigen Stadion in Giesing gecoacht hatte, werden einige seiner jungen Spieler erstmals die Atmosphäre vor 15.000 Fans auf dem Feld erleben. «Ich stand mit U21-Spielern schon in der Stehhalle zusammen und habe beobachtet, wie sie mit großen Augen auf den Platz geschaut haben», erinnerte der Coach. «Die hatten das Ziel, da unten zu stehen. Jetzt wird der eine oder andere die Möglichkeit bekommen. Die Jungs haben richtig Bock.»
Welche Wucht der TSV 1860 München und seine Anhänger entfalten können, das hatte sich nicht erst in Schweinfurt (2:2) gezeigt. Tage davor waren hunderte «Löwen»-Fans zum Trainingsgelände gezogen und hatte das komplett neu zusammengestellte Team frenetisch angefeuert. «Der richtige Sechzger hält immer zum Verein», sagte Niederlechner und ergänzte in Richtung Fans: «Wir hoffen, dass wir ihnen viel zurückgeben und viel Freude bereiten können.»
Nach Freude und Euphorie hatte vor rund zwei Monaten nichts hingedeutet. Anfang Juni kündigte der bei den meisten Anhängern verhasste Investor Ismaik ein Darlehen und provozierte so den Zwangsabstieg aus der 3. Liga. Der Verein brach daraufhin – zur großen Freude der meisten Fans – mit dem Geldgeber. Die Sechziger gründeten eine neue Spielbetriebsgesellschaft ohne den Jordanier – und für diese steht nur die Grünwalder-Stadion-Premiere an.
Auf die Frage, wie er die Spieler motiviere, antwortete der Kayabunar: «Wir brauchen uns nur die Fans anschauen und was die letzten Wochen passiert ist. Da ist jeder Spieler heiß. Groß motivieren brauche ich die Jungs da nicht mehr.»
Quelle: dpa