Nach Absturz in Regionalliga

1860-Aufruf: Werden diesen Neustart schaffen

07. Juni 2026 , 12:46 Uhr

Präsidium und Verwaltungsrat des TSV 1860 München versuchen, mit einem Aufruf Mut zu machen - und Mitglieder zu werben. Der Investor meldet sich auch. Beide Seiten weisen auf rechtliche Punkte hin.

Der TSV 1860 München ist davon überzeugt, dass nach chaotischen Tagen der Neustart gelingen wird. «Die kommenden Wochen und Monate werden Einsatz, Geduld und Zusammenhalt erfordern. Aber wir sind hundertprozentig überzeugt: Wenn wir geschlossen auftreten, uns gegenseitig unterstützen und den Blick nach vorn richten, werden wir diesen Neustart für den TSV 1860 München schaffen. Lasst uns gemeinsam zeigen, wozu wir Löwen fähig sind!», schrieben das Präsidium und der Verwaltungsrat.

«Verwerfungen» hinterlassen «tiefe Spuren»

«Unser Verein steht vor einer der größten Herausforderungen seiner jüngeren Geschichte», erklärte der Club in dem «Aufruf: Wir sind der Verein!». Die wirtschaftlichen «Verwerfungen» hätten «tiefe Spuren hinterlassen. Sie haben für Unsicherheit gesorgt, Fragen aufgeworfen und manchen Zweifel genährt. Doch eines haben sie nicht zerstört: unsere Gemeinschaft als Sechzger.» Man befinde sich «in einem Befreiungskampf von den Lasten der Vergangenheit». Es wurde dazu aufgerufen, den Verein als Mitglied zu unterstützen.

Am Donnerstagabend hatte der Stammverein des in die Regionalliga abgestiegenen TSV 1860 München den vor 15 Jahren geschlossenen Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik gekündigt. Das Spielrecht liegt beim Stammverein, der Weg für einen Neuanfang in der Regionalliga Bayern soll geebnet sein. Ismaik will die Kündigung juristisch prüfen lassen. Die Mitgliederversammlung am 21. Juni verspricht jede Menge Spannung.

Investor: Keine Partei ausschließen

Ismaik äußerte sich auch am Tag des Aufrufs. «Wenn Menschen sagen: „Wir sind der Verein“, müssen wir uns daran erinnern, dass der TSV 1860 München größer ist als jede einzelne Person, größer als jede Gruppe und größer als jede Seite, die für sich allein beansprucht, in seinem Namen zu sprechen», schrieb der Jordanier. 

Er habe den Verein 15 Jahre lang unterstützt. «Ich habe dies nicht getan, weil ich der Verein sein wollte, in seinem Namen sprechen wollte oder mich über seine Geschichte und seine Fans stellen wollte. Ich habe es getan, weil ich dem Verein helfen und Teil seiner Zukunft sein wollte», sagte Ismaik. «Den Verein auf eine einzelne Seite zu reduzieren, dient ihm nicht. Ebenso wenig dient es seiner Zukunft, irgendeine Partei auszuschließen, die zu seiner Unterstützung beigetragen hat.» 

Arbeit für Anwälte

Beide Seiten wiesen auf rechtliche Schritte oder Wege hin. «Wir als Präsidium versichern euch: Wir unternehmen mit voller Kraft, mit höchster Sorgfalt und mit großem Verantwortungsbewusstsein alle organisatorischen, rechtlichen und formalen Schritte, die notwendig sind, um einen sportlichen Neustart zu ermöglichen», schrieben Präsidium und Verwaltungsrat. 

Ismaik klang ähnlich: «Was die aktuellen Auseinandersetzungen und die jüngsten Entscheidungen betrifft, so werden diese über die entsprechenden rechtlichen und institutionellen Wege behandelt werden.»

Quelle: dpa

 

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