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Zu wenig Schulpsychologen?: SPD moniert Mangel

München (dpa/lby) – Gemobbte Schüler, Kinder in Krisen, aber auch Eltern und Kollegen können sich an sie wenden: Hunderte Lehrer in Bayern sind auch als Schulpsychologen aktiv. Doch aus Sicht der SPD reicht das nicht. «Das muss man sich einmal vorstellen: An Gymnasien mit 1200 Schülerinnen und Schülern gibt es zum Beispiel einen Mathelehrer, der gleichzeitig Schulpsychologe ist und vier Schulwochenstunden aufwenden kann, etwa Schülerinnen und Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten oder gar Depressionen zum Gespräch zu bitten», kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Margit Wild. «Das reicht doch hinten und vorne nicht aus.»

Schulpsychologen sind Lehrer, die neben der Ausbildung für ihre Unterrichtsfächer eine Befähigung im Fach «Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt» haben, wie es in der Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion heißt. Die Lehrer erhalten für ihre schulpsychologische Beratungstätigkeit sogenannte Anrechnungsstunden. Das sind in der Grundschule zum Beispiel in der Regel sechs pro Woche, an Gymnasien mindestens vier.

Die Zahl der Stunden müsse mindestens verdoppelt werden, fordert die SPD. «Allein die Grundannahme, dass mit einer Stunde Gespräch – und das auch nur, wenn der Schulpsychologe sehr viel Zeit hat – die Probleme der betroffenen Schülerinnen und Schüler gelöst werden, ist grundfalsch», sagte Wild. Meist brauche es Folgetermine und gegebenenfalls sogar eine Vermittlung an außerschulische Psychologen.

Mitte 2018 hatte das Ministerium angekündigt, die Zahl der bis dato rund 1070 Stellen für Schulpsychologen in den kommenden Jahren um 300 zu erhöhen, 40 davon im laufenden Schuljahr. Während nach Angaben des Ministeriums jedes staatliche Gymnasium einen Schulpsychologen hat, betreuen Kollege an Realschulen neben ihrer Stammschule meist auch benachbarte staatliche sowie private und kommunale Realschulen. An allen bayerischen Grundschulen seien Schulpsychologen im Einsatz, im beruflichen Bereich seien häufig mehrere Schulen zu einem Beruflichen Schulzentrum zusammengefasst, das derselbe Schulpsychologe betreut.