Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern., © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Zu viele Kuhfladen: Aiwanger will Bußgeld für Bauern zahlen

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will im Kuhfladen-Streit notfalls das Bußgeld gegen den Landwirt übernehmen. «Ich kann die Kühe halt nicht mit dem Hubschrauber auf die Weide fliegen und ihnen auch keine Windel anlegen. Das passiert eben, dass die Kuh auf die Straße scheißt», sagte der Minister dem «Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt» am Freitag.

In Pähl im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau war die Kuhfladen-Dichte auf der Straße war so groß, dass sich ein Anwohner bei den Behörden beschwerte. Nun soll der Bauer 100 Euro Bußgeld plus Gebühren zahlen. Der «Münchner Merkur» hatte darüber berichtet.

Er werde das Bußgeld für den Landwirt übernehmen, sollte dieser die Summe zahlen müssen, sagte Aiwanger dem «Landwirtschaftlichen Wochenblatt». Er kündigte an, sich ein Bild vor Ort zu machen. «Ich komme persönlich vorbei und zahle für den Landwirt die Strafe.» Er kritisierte: «In Zeiten, in denen sich Menschen auf die Straße kleben und dafür keine Strafe bezahlen müssen, ist es schon bezeichnend, wenn man Strafe zahlen muss, wenn eine Kuh auf die Straße scheißt.»

Es müsse Verständnis geben, dass Kühe auf dem Weg zur Weide Hinterlassenschaften produzieren. Andernfalls bedeute das auch das Aus für die Weidebetriebe und den Weidegang. «Solche Verschmutzungen sind unvermeidbar. Wenn dann stets mit Bußgeldern zu rechnen ist, dann marschieren diese Kühe nicht mehr auf die Weide, sondern direkt zum Metzger.» Natürlich müsse der Landwirt alles unternehmen, um den Dreck dann schnell zu entfernen.

Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer, selbst Landwirt, hatte gesagt, dass keineswegs jede Verschmutzung der Straße zu einem Bescheid führe. Hier aber wäre der Anwohner «ohne in die Scheiße zu treten gar nicht aus der Straße herausgekommen». Das Maß sei hier klar und deutlich überschritten gewesen. Zudem habe das Landratsamt, bei dem sich der Anwohner beschwert hatte, zum Handeln aufgefordert.