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Zimtschnecke mit Schlafmittel präpariert – Mann in Nürnberg vor Gericht

Ein 39 Jahre alter Mann hat heute zum Prozessauftakt am Landgericht gestanden, seiner Ehefrau eine mit Schlafmittel präparierte Zimtschnecke untergeschoben zu haben. Er habe die von ihm getrennt lebende Frau jedoch nur für kurze Zeit «außer Gefecht setzen» wollen, sagte der Angeklagte unter Tränen. Auf keinen Fall habe er die Absicht gehabt, jemanden zu töten. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage jedoch von versuchtem Mord aus.

Hintergrund ist ein Trennungsstreit, bei dem der kleine Sohn des Paares im Mittelpunkt stand. Er habe versucht, seine Umgangszeit mit dem Kind zu verlängern, indem er der Frau das Schlafmittel mit Hilfe der Füllung einer selbstgebackenen Zimtschnecke verabreichte, argumentierte der Angeklagte. Er selbst habe das Schlafmittel mehrmals eingenommen und keine negativen Wirkungen bei sich festgestellt.

Die Ehefrau überlebte den Biss in die präparierte Zimtschnecke im November vergangenen Jahres, musste aber mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Sie litt an Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Verwirrtheit, wie aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Noch schlimmer traf es ihre Mutter, die zwei Tage später den Rest der Zimtschnecke aß. Sie musste auf der Intensivstation intubiert und künstlich beatmet werden.

Die beiden Opfer, die auch als Nebenklägerinnen auftreten, sollten am Nachmittag im Zeugenstand aussagen. Insgesamt ist der Prozess auf acht Verhandlungstage angesetzt.