Wirtschaftsverband: Preissprung bei Industriemetallen

Die für die bayerische Industrie wichtigsten Rohstoffe waren laut der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) im März um 24 Prozent teurer als vor einem Jahr. «Unser Rohstoffpreisindex ist auf dem höchsten Niveau seit dem zweiten Quartal 2011», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Mittwoch.

Nickel, dessen weltweit drittgrößter Produzent Russland ist, verteuerte sich von Februar auf März um 56 Prozent. Titan wurde 51 Prozent teurer. Beide Metalle werden zur Stahlveredelung verwendet und sind damit für die Industrie im Freistaat von zentraler Bedeutung. Lithium, das für Batterien von Elektroautos gebraucht wird, verteuerte sich um 37 Prozent.

Durch den Krieg sind nicht nur Lieferketten aus der Ukraine und Russland gestört, sondern auch viele Handelsrouten nach Asien beeinträchtigt, weil wichtige Transportwege unterbrochen seien, sagte Brossardt. «Das treibt die Rohstoffpreise weiter nach oben und ist eine enorme Belastung für die Unternehmen.» Die Industrie müsse die die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten verringern, die Rohstoffe effizienter nutzen und das Recycling verstärken.

Bei einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte bei 140 Finanzvorständen deutscher Großunternehmen nannten 71 Prozent steigende Rohstoffkosten als hohes Risiko in den kommenden zwölf Monaten.

In den VBW-Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein, gerechnet in Dollar. Diese werden nach dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffs nach Bayern gewichtet.