Wie kann ich Grüngut richtig entsorgen?

Presseinfo des Landratsamtes Forchheim:

 

Dem Müll auf der Spur – Grüngut

 

Im Frühjahr, Sommer und Herbst fällt regelmäßig Grüngut, wie z.B. Rasenschnitt, an. Wie kann dieses Grüngut entsorgt werden?

 

Was ist überhaupt Grüngut – und was nicht? Grüngut ist, wie der Name schon sagt, grünes Material wie Rasen- und Strauchschnitt, Moos, aber auch Laub und dünne Äste. Nicht dazu gehören Wurzelstöcke, Erde, Biomüll (z.B. Fallobst) und (Plastik-)Tüten und Säcke.

 

Grüngut, welches durch den Buchsbaumzünsler befallen ist, ist als Restmüll zu entsorgen – entweder über die Restmülltonne oder verpackt in Säcke am Entsorgungszentrum Deponie Gosberg (bis 70 kg pauschal 5 €).

 

Das restliche Grüngut kann am Entsorgungszentrum Deponie Gosberg für 59 € pro Tonne bzw. pauschal 5 € bis 150 kg abgegeben werden. Die angelieferte Menge kann bequem vom Anhänger aus ebenerdig abgekippt werden.

 

 

Für Kleinmengen aus Privathaushalten stehen an 23 Wertstoffhöfen Grüngutmulden bereit. Um Missbrauch zu vermeiden und um möglichst vielen Bürgern die Möglichkeiten zu bieten, Kleinmengen an Grüngut ortsnah abzugeben, ist die Anliefermenge auf 0,5 m³ pro Anliefertag begrenzt. Dies entspricht in etwa einer Kofferraumladung.

Die Mulden für Grüngut befinden sich an den Wertstoffhöfen Effeltrich, Eggolsheim, Egloffstein, Forchheim-Burk, Forchheim-Nord, Gößweinstein, Gräfenberg, Hausen, Heroldsbach, Hiltpoltstein, Igensdorf, Kirchehrenbach, Kleinsendelbach, Kunreuth, Langensendelbach, Neunkirchen am Brand, Obertrubach, Poxdorf, Pretzfeld, Streitberg, Weilersbach, Wiesenthau und Willersdorf.

Die vollen Container mit Grüngut transportiert die Firma Fritsche, welche auch die Wertstoffhöfe betreibt, zur Kompostierungsanlage des Landkreises Forchheim auf dem Entsorgungszentrum Deponie Gosberg. Dort wird das Grüngut regelmäßig mit Spezialmaschinen gehäckselt und gesiebt, und die Kompostmieten werden mehrfach mit einem Radlader umgeschichtet.

 

Auf Grund von Abbauprozessen durch Mikroorganismen herrschen im Inneren der Kompostmieten Temperaturen von ca. 70 °C. Mikroorganismen und Bodenlebewesen wandeln das Grüngut in Kompost um. Dieser Prozess dauert mindestens 20 Wochen. Durch regelmäßiges Umsetzen wird der gesamte Kompost hygienisiert wobei keimfähige Samen wie Unkraut abgetötet werden. Der Kompost wird regelmäßig beprobt und analysiert. Die neuesten Analysen hängen an der Kompostierungsanlage aus und können zu den Öffnungszeiten eingesehen werden.

 

Jährlich werden ca. 3000 Tonnen verkaufsfertiger Kompost hergestellt. Der Kompost hält die Vorgaben von Bioland/Naturland ein und kann entsprechend eingesetzt werden. Darüber hinaus ist er seit über 15 Jahren mit dem „RAL-Gütezeichen Kompost“ der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V ausgezeichnet.

Der Kompost kann am Entsorgungszentrum Deponie Gosberg käuflich erworben werden. Dabei wird er lose und somit nicht abgepackt verkauft; Anhänger können mit dem Radlader beladen werden.

 

Preise für Kompost in 2 Qualitäten

Reiner Kompost lose, 15 mm Absiebung Preis (brutto)

Euro pro m³

  Kompostgemisch (mit Sand/Erde) lose, 15 mm Absiebung Preis (brutto)

Euro pro m³

bis 5 m³ 20,00   bis 5 m³ 25,00
mehr als 5 m³ 10,00   mehr als 5 m³ 19,50

 

Durch den Betrieb der Wertstoffhöfe, den Transport zur Kompostierungsanlage sowie der Arbeit während der Kompostierung entstehen Kosten. Durch die eigene Kompostierung des Grünguts und den Verkauf des Komposts können die Grüngut-Entsorgungskosten minimiert werden. Dies wirkt sich wiederrum positiv auf die Abfallgebühren aus.

 

Wird Grüngut kompostiert und anschließend als Dünger für Pflanzen eingesetzt, wird der Stoffkreislauf (Pflanze → Grüngut → Kompost → Dünger → Pflanze) geschlossen. Durch die Nutzung dieses regional erzeugten Produktes muss zur Bodenverbesserung kein Kunstdünger oder Torf verwendet werden.

 

Welche Alternativen gibt es?

Falls keine Möglichkeit besteht, zum Entsorgungszentrum bzw. zu den Wertstoffhöfen zu fahren, so kann Grüngut auch ganz bequem zuhause über die Biomülltonne entsorgt werden. Jede Biotonne kostet 44 € pro Jahr und wird wöchentlich (im Winter 2-wöchentlich) geleert. Der Inhalt gelangt zur Firma Eichhorn nach Bamberg, wo er aufbereitet wird und als Landwirtschaftsdünger genutzt wird bzw. in einer Biogasanlage zur Stromerzeugung eingesetzt wird.

Darüber hinaus kann das Grüngut zu Hause kompostiert werden.

 

Anlage (Quelle: Landratsamt Forchheim):

1 Foto Grüngutabladeplatz Entsorgungszentrum Deponie Gosberg

1 Foto Häcksler Entsorgungszentrum Deponie Gosberg

1 Foto Kompostiervorgang

 

Forchheim, 26.03.2019

Pressestelle