© Wirtschaftskreis Zukunft Innenstadt

Wie geht es weiter mit dem Bamberger Maxplatz?

 

Diese Frage hat sich in den vergangenen Wochen ein Kreis von Bürgern, Politikern, Wirtschaftsfachleuten, Händlern und Gastronomen gestellt. Und dieser Wirtschaftskreis Zukunft Innenstadt hat heute ein entsprechendes Konzept für diesen Platz vorgestellt. Radio Bamberg Chefreporter Marc Peratoner – auf was dürfen wir uns freuen:

© Wirtschaftskreis Zukunft Innenstadt

Hier die Presse Info des Wirtschaftskreises:

Gemeinsam Innenstadt gestalten
Gesamtkonzept für den Maximiliansplatz als Anker für die Inselstadt
„Vor dem Hintergrund des zunehmenden Frequenzrückgangs in der Bamberger Innenstadt,
kommt dem Maxplatz eine wachsende Bedeutung zu. Die Corona-Pandemie hat diese
Entwicklung beschleunigt“. Zu diesem übereinstimmenden Ergebnis kommen die
Vertreter:innen verschiedener Bamberger Wirtschafts- und Innenstadtverbände. „Es wird
Zeit, dass wir gemeinsam Lösungen finden und Ziele definieren, anstatt übereinander zu reden
und zu streiten“, betont Dr. Ulrich Krackhardt, vormaliger 2. Vorsitzender und aktuell Beirat
des BV Mitte.
Trotz einer Vielzahl an Ideen, Vorschlägen und Konzepten aus der Bürgerschaft, Verwaltung
und Vereinen, wie man den Maxplatz als größten Platz dauerhaft nutzbar und lebendig
gestalten kann, hat sich im Ergebnis seit Jahrzehnten nichts bewegt“, so Dr. Ulrich Krackhardt
weiter. „Ein Weiter so darf es aber vor dem Hintergrund des fortschreitenden
Innerstädtischen Wandels, der Auswirkungen der Pandemie, der bevorstehenden Baustelle
am und um das Rathaus sowie dem Bahnausbau und anderer negativer Einflüsse auf eine
lebendige Innenstadt nicht geben“, erklärt auch Anne Rudel Kreisvorsitzende des
Handelsverbands.
Auf Initiative vom Stadtmarketing Bamberg hatten sich in den vergangenen Monaten
Vertreter:innen aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Hotel, Handwerk, Immobilienwirtschaft, Vereine, Verbände und Verwaltung zu einem neuen Wirtschaftskreis Zukunft
Innenstadt (WZI) zusammengefunden, um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam
anzugehen. „Der Maxplatz muss auch außerhalb der attraktiven Events und Veranstaltungen
ein dauerhafter Anziehungspunkt für die Innenstadt sein“, betont Mathias Baluses,
Filialgeschäftsführer vom GALERIA Karstadt Kaufhof Bamberg, der ebenfalls für den
Handelsverband am WZI teilnimmt. Grundlage der zukünftigen Nutzung des Maxplatzes soll
dabei die bisherige Arbeit des Bürgervereins Bamberg Mitte sein.
„Der Bürgerverein Bamberg Mitte e.V. (BVM) arbeitet unter der Federführung von Dr. Ulrich
Krackhardt seit vielen Jahren daran, aus den bisherigen Einzelvorschlägen ein möglichst
umfassendes Konzept zu erstellen, das die Hürden der Vergangenheit umgeht. Diese Arbeit
haben wir als Grundlage für unsere Besprechungen genommen“, so Stadtmarketing
Geschäftsführer Klaus Stieringer. „Ziel der Gestaltung ist: 1. den Maxplatz zu einem echten
Aufenthaltsort für alle zu machen, 2. auf dem Platz Anziehungskraft zu schaffen die dem
Handel durchgehend nutzt und dadurch den Tourismus in der Stadt entzerrt und nicht
verschärft sowie 3. das Märktekonzept der Stadt sinnvoll zu ergänzen“, so Florian Müller von
der DEHOGA. „Die Neugestaltung der Sandstraße hat zu einer Aufbruchsstimmung im Quartier
geführt. Von einer Aufwertung des Maxplatzes sind vergleichbare Impulse zu erwarten, die im
Idealfall auf die gesamte Innenstadt ausstrahlen.“, betont Markus Schäfer von der IG
interesSAND.
„Der Wirtschaftskreis Zukunft Innenstadt ist deshalb so wichtig für die erfolgreiche Umsetzung
eines Konzeptes, weil neben technischen, finanziellen und rechtlichen Aspekten insbesondere
die Einbindung vieler zukünftiger Nutzer des Platzes notwendig ist. Mit dem Fachwissen und
der Erfahrung der Mitglieder des WZI konnte das bereits gut durchdachte Konzept noch weiter
verfeinert und an die individuellen Anforderungen angepasst werden“, betont Wolfgang Heim
von der Mittelstandsunion und verweist auf die erforderliche Einbindung der Marktkaufleute
durch die Verwaltung im Rahmen des Marktrechtes.

Basis des Konzeptes ist nach Angaben von Dr. Ulrich Krackhardt eine Zonierung des Platzes, in
kommerzielle und nicht-kommerzielle Bereiche. „Die Ankerpunkte des nicht-kommerziellen
Bereiches sind ein Flachbrunnen mit verkleinertem Umriss der alten Martinskirche, ein Sitzund Liegebereich mit entsprechender Möblierung, eine Spielfläche und eine Grüninsel. Für die
kommerzielle Nutzung sind zwei Flächen vorgesehen: Entlang des Rathauses eine Aufstellung
von Buden mit möglichst einheitlichem und ansprechendem Erscheinungsbild und, entlang
der Front gegenüber, eine großzügige Freischankfläche für mehrere unterschiedliche GastroKonzepte. Ergänzt wird dies durch eine variable nutzbare Fläche an der Nordflanke des Platzes für Sonderformate bspw. aus der Bürgerschaft, den Handel oder öffentliche Präsentationen“, so Dr. Ulrich Krackhardt. „Die neue Gestaltung des Maxplatzes ist mit allen genannten Elementen so realisiert, dass sie einer Nutzung des Platzes für Großveranstaltungen,
Weihnachtsmarkt, Messen etc. nicht im Wege stehen: Der Flachbrunnen ist befahrbar, die
Buden und die Möblierung sind mobil“, so der Vorsitzende vom Stadtmarketing Bamberg
Andreas Jakob.
Die Mitglieder des WZI schlagen zudem vor, dass im Rahmen der Neugestaltung des Platzes
auch die Treppenaufgänge der Tiefgarage durch den Betreiber (GALERIA Karstadt Kaufhof)
und die WC-Anlagen durch die Stadt Bamberg modernisiert / renoviert werden. „Die
Betonwangen der Abgänge könnten dabei mittels Holzverkleidung für Hochbeete zum ‚Urban
Gardening‘ nutzbar gemacht und optisch aufgewertet werden“, so Mathias Baluses.
„Die ersten Ideen für die Gestaltung liegen vor. Sie bilden eine gute Grundlage für eine
Beteiligung aller Akteur:innen. Angesichts der Lage und Bedeutung des Platzes ist eine
hochwertige und professionelle Umsetzung unabdingbar.“, resümiert Markus Schäfer. „Auch
die IG Lange Straße begrüßt die Initiative, für den Maxplatz baldmöglichst eine gemeinsame
brauchbare Lösung zu finden. Das kann für die Innenstadt Bambergs nur gut sein“, freut sich
Pius Schiele als Sprecher der IG.
Nach Angaben von Dr. Ulrich Krackhardt ist das Belegungskonzept abhängig von der Jahreszeit
gedacht: „In der kalten Jahreszeit kann ein angepasstes Angebot sowohl in den Buden wie
auch entlang der West-Fassade sowie auf der variabel nutzbaren Fläche über ansprechende
Zelte ermöglicht werden“, sagt er.
Die Realisierbarkeit des Konzeptes stand für die Mitglieder des WZI von Anfang an im
Mittelpunkt. Daher wurden Eigentümer und Betreiber der Tiefgarage frühzeitig eingebunden
ebenso wie eine Reihe von Abstimmungsgesprächen mit der Stadtverwaltung geführt. „Dieser
Prozess ist lebendig und begleitet die weiteren Entwicklungen, wobei grundsätzlich eine
positive Einstellung festzuhalten ist. Die Menschen würden sich sicher freuen, wenn Ihr
Maxplatz eine dauerhafte und attraktive Nutzung erhält“, erklärt auch der Bamberger
Gastronom Ralf Schmidtlein.
Auch die Mitglieder des Bamberger Stadtrates wurden, über alle Parteigrenzen hinweg, an
dem Prozess frühzeitig beteiligt. „Die Erfahrung zeigt uns immer wieder, dass eine dauerhafte
Veränderung im öffentlichen Raum nie ohne den notwendigen politischen Willen
funktioniert“, so Klaus Stieringer. Dr. Ulrich Krackhardt hat die Mitglieder des Stadtrates über
den Stand der Entwicklungen eingehend informiert und aktiv eingebunden. „Die Akteure sind
sehr froh über das konstruktive Miteinander aller Beteiligten und ziehen daraus die
Erkenntnis, dass wir in Bamberg noch nie so weit waren wie heute im ‚Generationenkonzept‘
der Aufwertung des Maximiliansplatzes“, so Dr. Ulrich Krackhardt.

Auch die Möglichkeiten der Finanzierung wurde von den Mitgliedern des WZI bedacht. „Das
Konzept reicht hier von einer kompletten Eigenfinanzierung ohne Belastung des Stadtsäckels
bis hin zu einer Spendenfinanzierung lediglich des Brunnenbaus mit einer Finanzierung der
übrigen Maßnahmen aus dem Stadthaushalt. Unabhängig davon werden die innenliegenden
Modernisierungen der Tiefgarage bzw. deren Treppenaufgänge vom Eigentümer getragen“,
so Dr. Ulrich Krackhardt.
Das Modell der Eigenfinanzierung basiert, nach Angaben von Andreas Jakob, auf dem CrowdFunding Ansatz, wonach Bürger:innen oder Unternehmen:innen Mittel einzahlen, die sie am
Ende einer Laufzeit von ca. 10 Jahren wieder mit Verzinsung zurückerhalten. „Einzelne
Einzahler können sich aber auch dafür entscheiden, auf Zinszahlungen zu verzichten oder auch
den eingezahlten Betrag zu spenden. Zur Refinanzierung dient die Vermietung der Buden. Das
Budenangebot ist frei und offen. Die Vermietung wird als hoheitliche Aufgabe von der Stadt
Bamberg nach dem gültigen Marktrecht betrieben. Hierbei werden auch Themenmärkte
angestrebt wie Viktualienmarkt, regionale und zum Teil auch internationale Spezialitäten“, so
Andreas Jakob.
Hierzu sind die Akteure, so Dr. Ulrich Krackhardt, im engen Austausch mit der
Stadtverwaltung, da es eine Fülle von Bedingungen zu berücksichtigen gilt. „Das Marktrecht,
die Haftungsverpflichtungen beim Betrieb eines Brunnens, den Erfordernissen an eine
Möblierung im öffentlichen Raum u.v.m. können nur mit der Verwaltung gemeinsam geklärt
werden“, so Dr. Ulrich Krackhardt. „Aktuell spricht einiges dafür, hier die Aufgaben aufzuteilen
zwischen bürgerschaftlichem Engagement und der Federführung der Stadt Bamberg“, betont
Anne Rudel. „Alle Beteiligten eint dabei das Ziel, einer Aufwertung des Maximiliansplatzes.
Am Ende soll das Beste aus den Ansätzen der Verwaltung und den Vorschlägen aus der
Bürgerschaft zur Umsetzung kommen. Eines ist auch noch wichtig: Es muss zügig gehen; denn:
Spätestens, wenn die Baustelle um das Rathaus beginnt, muss deren unvermeidlich negative
Auswirkung auf die Innenstadt durch einen aufgewerteten Maximiliansplatz mindestens
kompensiert werden. „Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, konstruktiv beizutragen!“,
so Wolfgang Heim.

Pressekontakt:
Dr. Ulrich Krackhardt, Grüner Markt 31, 96047 Bamberg
krackhardt@bvm-bamberg.de, 0173 / 65 95 59 7
Teilnehmer WZI:
Baluses, Mathias (Stellv. Kreisvorsitzender Handelsverband)
Heim, Wolfgang (Mittelstands – Union)
Jakob, Andreas (1. Vorsitzender Stadtmarketing Bamberg e.V.)
Dr. Krackhardt, Ulrich (Beirat Bürgerverein Bamberg-Mitte)
Müller, Florian (Stellv. Kreisvorsitzender DEHOGA)
Rudel, Anne (Kreisvorsitzende Handelsverband)
Schäfer, Markus (IG interesSAND)
Schmidtlein, Ralf (DEHOGA)
Schiele, Pius (IG Lange Straße)
Stieringer, Klaus (Geschäftsführer Stadtmarketing Bamberg e.V.)
Vollmar, Ruth (Amtsleiterin Amt für Wirtschaft Stadt Bamberg)