Ein Großaufgebot an Einsatzkräften musste zu einem Waldbrand bei Stockstadt anrücken., © Ralf Hettler/dpa

Waldbrandgefahr erreicht neues Ausmaß – Hitzewelle lässt Gefahrenindex steigen

Aus Südeuropa rollt eine weitere Hitzewelle auf uns zu und lässt die angespannte Lage in den Wäldern noch prekärer werden. Bereits für das kommende Wochen-ende besteht eine hohe Gefahr für Waldbrände in großen Teilen der Landkreise Bamberg und Forchheim. Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wird in den nächsten Ta-gen wieder deutlich ansteigen und voraussichtlich Anfang nächster Woche die höchste Gefahrenstufe erreichen. In den letzten Wochen kam es bereits in mehreren Gebieten in den Landkreisen Bamberg und Forchheim zu Waldbränden. Ein größerer Brand im Bruderwald zerstörte rund 1000m² Wald, ein weiterer in Haidhof zerstörte 300m². Die beiden Brände konnten glücklicherweise rasch gelöscht werden.

Problematisch ist aus Sicht der Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg, dass der Oberboden seit mehreren Wochen massiv ausgetrocknet ist. Zudem sind aufgrund des Borkenkäferbefalls viele Kahlflächen entstanden, die ebenfalls die Situation verschärfen. „Der Wald hat einen kühlenden Einfluss auf das Mikroklima“, erklärt Michael Kreppel, Bereichsleiter Forst. „Bäume verdunsten sehr viel Wasser, was wiederum zu einer Senkung der Temperatur führt. Genauso wie das Schwitzen bei uns Menschen. Wo aber kein Wald mehr ist oder die Verdunstung aufgrund des fehlenden Wassers stark eingeschränkt ist, geht die Kühlfunktion zurück. Die Hitze verstärkt sich.“ Der Wald hat nach Ansicht des Experten also eine wichtige Funktion, um derartige Hitzewelle zumindest etwas abzufedern.

Um zumindest die vom Menschen verursachten Waldbrände zu minimieren, bittet die Bayerische Forstverwaltung die Bürgerinnen und Bürger sich besonders vorsichtig zu verhalten.

Folgende Regeln sollten unbedingt befolgt werden:

– Bei Waldbesuchen sind Rauchen und offenes Feuer verboten.

– Es sollten nur noch erkennbare Waldwege genutzt werden.

– Nicht auf leicht entzündbarem Untergrund parken.

– Waldbesitzer sollen von Holz anfallendes Reisig- und Kronenmaterial nicht ver-brennen, sondern abtransportieren oder häckseln.

– Um den „Brennglaseffekt“ zu vermeiden, sollen keine Glas- oder Plastikflaschen weggeworfen werden.

– Wer einen Brand entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 wählen.