Der Regisseur Roland Schwab steht vor dem Festspielhaus., © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Wagner-Regisseur: Andere Komponisten sind «Sakrileg»

Regisseur Roland Schwab, der in diesem Jahr mit einer Neuproduktion von «Tristan und Isolde» die Bayreuther Festspiele eröffnet, wagt es nicht, auf einem Bayreuther Klavier etwas anderes zu spielen als Richard Wagner. «Hier bei den Festspielen stehen ja überall Klaviere rum, aber man traut sich nicht, sich an eins dieser Klaviere zu setzen und etwas anderes als Wagner zu spielen», sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur kurz vor dem Festspielstart an diesem Montag. «Da haben alle eine Hemmschwelle. Vielleicht erklingen mal ein paar andere Takte, aber die sind schnell vorbei, weil man ein schlechtes Gewissen hat. Das ist ein Sakrileg.»

Schwab kündigte eine utopische, ästhetische Version von Wagners großer Liebesoper an: «Sich von der Welt lösen, Grenzen überwinden, sich verlieren, sich verlieren im Anderen. Es gibt kein Ich und kein Du mehr. Sich verlieren im Universum, in einer universalen Liebe. Diese Sehnsucht möchte ich zulassen. Gerade in unserem aktuellen Zeitkontext ist mir das ganz, ganz wichtig.»