In Gedenken: Blumen vor dem Kieler Rathaus., © Wolfgang Schmidt/dpa

Voraussichtlich Plädoyers im «Fahnenmast-Prozess» – Urteil möglich

Im Prozess um den Tod einer jungen Frau durch einen umgestürzten Fahnenmast in Kiel werden heute voraussichtlich die Plädoyers gehalten. Das Urteil des Amtsgerichts Kiel gegen zwei Männer aus dem Raum Bamberg könnte dann auch noch heute verkündet werden. Die beiden Männer sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Sie sollen mit dem widerrechtlichem Befahren des Platzes und dem Zurücksetzen ihres Lastwagens ohne erforderliche Einweisung das Unglück mitverursacht haben, bei dem die Auszubildende ums Leben kam. Beide Männer hatten zuletzt Geständnisse abgelegt.

Vorausgegangen war eine Verständigung im Fall des 62-jährigen Fahrers. Ihm wurde bei einem sogenannten werthaltigen Geständnis ein Strafrahmen in Höhe von 70 bis 100 Tagessätzen Geldstrafe in Aussicht gestellt. Im Fall des 75 Jahre alten Beifahrers kam es zu keiner Verständigung. Hier könnte das Verfahren auch eingestellt werden. Die 23 Jahre alte Auszubildende war am 3. August 2020 von dem 14 Meter hohen Fahnenmast erschlagen worden. Als sie und andere neue Azubis der Stadt Kiel sich für ein gemeinsames Foto auf dem Rathausplatz versammelt hatten, fuhr der Lastwagen gegen den Mast, der daraufhin brach.