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Vergleich im Streit um Inventar des «Kago-Schlosses»

München (dpa/lby) – Wenn ein Schloss zwangsversteigert wird – ist die Einrichtung dann inklusive? Die Frage hat am Montag das Oberlandesgericht (OLG) München beschäftigt. Die Antwort blieb allerdings offen; die Parteien einigten sich nach einem Appell des Gerichtes auf einen Vergleich. Der Münchner Immobilienunternehmer, der das sogenannte «Kago-Schloss» in Postbauer-Heng in der Oberpfalz 2016 im Zuge einer Zwangsversteigerung gekauft hatte, will der Ehefrau des insolventen Kaminofenbauers Karl-Heinz Kago 200 000 Euro zahlen – unter anderem für teure Vorhänge und Kristall-Kronleuchter. Sie hatte ursprünglich 550 000 Euro gefordert.

Fünf Millionen Euro statt der ursprünglich veranschlagten zehn Millionen hatte der Unternehmer für das Schloss bezahlt. Kagos Ehefrau Lucie gab aber an, dass das Inventar nicht ihrem Mann, sondern ihr gehöre und darum extra bezahlt werden müsse. Darunter sind 17 Swarovski-Leuchter, die nach Angaben Kagos allein schon 200 000 Euro wert sein sollen. Dazu käme dann noch weiteres Inventar wie teure Vorhänge. «Es sind 77 Fenster. Da ist ein bisschen mehr Stoff dran als bei 120 Quadratmetern Haus», sagte Frau Kago.

«Ich glaube, da haben Sie eine sehr kluge Entscheidung getroffen», sagte der Vorsitzende Richter zum Abschluss der Verhandlung zu beiden Prozessparteien. Frau Kago überreichte noch im Gerichtssaal ihre Bankkarte mit den Kontodaten, damit er die 200 000 Euro überweisen kann.

Sollte er das bis zum 4. Februar nicht getan haben, wäre der Vergleich hinfällig und das Verfahren wieder offen. Das Gericht kündigte an, in dem Fall einen Ortstermin abzuhalten, um das Schloss und das, was sich darin befindet, zu besichtigen. Beide Parteien betonten aber vor Gericht, es bei dem Vergleich belassen zu wollen. Auf die Frage, ob sie mit der Einigung zufrieden sei, sagte Frau Kago nach der Verhandlung: «Wir werden zufrieden sein.»

Was nun genau mit dem lange leerstehenden Schloss geschehen soll, ist noch unklar. Der neue Besitzer Sveta Todorovic sagte am Montag vor dem Gerichtssaal, er habe das Schloss damals ohne konkrete Pläne gekauft, weil es so «kostengünstig» zu haben war. Im Jahr 2017 hatte er verkündet, aus dem luxuriösen Anwesen eine private Krebsklinik machen zu wollen. Ob er das immer noch vorhat, wollte er am Montag nicht sagen. Er kündigte aber an, bald mit seiner Idee an die Öffentlichkeit zu gehen.