Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet., © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Verfolgungsjagd: Schleuser riskiert Leben von Flüchtlingen

Mit Flüchtlingen im Kofferraum hat sich ein mutmaßlicher Schleuser eine längere Verfolgungsjagd mit der Polizei in Oberbayern geliefert. Der Mann fuhr am Dienstag teilweise bis zu 220 Stundenkilometer schnell auf den Autobahnen 93 und 8 in Aschau im Chiemgau, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit. Zuvor hatte er demnach am Grenzübergang nahe Kiefersfelden eine Kontrollstelle durchbrochen.

Rund 40 Kilometer verfolgten mehrere Streifen den Fluchtwagen, in dem sich sechs türkische Flüchtlinge im Alter zwischen 19 und 50 Jahren befanden – zwei davon ungesichert im Kofferraum. Der Fahrer habe Leib und Leben der von ihm beförderten Personen riskiert, hieß es seitens der Bundespolizei. Auf der Flucht durchbrach er den Angaben zufolge eine Baustellenabsperrung, führte mehrere hochriskante Überholmanöver durch und raste mit 120 Stundenkilometer in eine Ortschaft.

In einer Nebenstraße konnte eine Streife das Fahrzeug schließlich stoppen. Bei seiner Festnahme biss der mutmaßliche Schleuser einem Beamten in die Hand. Der Polizist wurde später in einem Krankenhaus wegen der blutenden Wunde behandelt.

Der Fahrer kam in Untersuchungshaft. Die sechs Männer im Wagen wurden wegen ihres illegalen Einreiseversuchs angezeigt. «Sie werden das Land nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen voraussichtlich schon bald wieder verlassen müssen», teilte die Bundespolizeiinspektion Rosenheim mit.