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Verdächtiger nach elf Banküberfällen überführt

München (dpa/lby) – Die Polizei hat einen Mann festgenommen, der bewaffnet elf Banken überfallen haben soll. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 39-Jährige in Filialen in Ober- und Niederbayern einen sechsstelligen Geldbetrag erbeutet hat, wie sie am Mittwoch mitteilten. Eine Spezialeinheit der Polizei nahm den Familienvater am Dienstagnachmittag in seiner Wohnung in München fest. Seine Kinder seien zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen, sagte Sprecher Hans-Peter Kammerer. Am Mittwochnachmittag ordnete der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Erding Untersuchungshaft an.

Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten unter anderem 14 000 Euro Bargeld sicher – teilweise noch mit Banderolen der überfallenen Banken. Zudem fanden sie in der Wohnung eine Schreckschusspistole, wie Kammerer sagte. Diese sei für die Überführung des Täters entscheidend gewesen. Denn an einem Tatort sei dem Mann ein Plastikteil von der Waffe abgebrochen. DNA-Spuren darauf stimmten mit der des Verdächtigen überein.

Auf die Spur des 39-Jährigen seien die Ermittler durch die Überprüfung von deutschlandweit rund 17 000 Autozulassungen gekommen, erklärte Kammerer. Dabei habe man geschaut, welche Halter von zwei bestimmtem Kombis auf das Aussehen des Täters passten. Der Verdächtige habe bei den Überfällen entweder einen schwarzen oder einen weißen Kombi benutzt.

Banken in den Landkreisen München, Dachau, Fürstenfeldbruck, Freising, Pfaffenhofen, Erding und Landshut soll der arbeitslose deutsche Schreiner zwischen Mai 2016 und Dezember 2018 überfallen haben. Auch über die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst» hatte die Polizei um Hinweise gebeten.