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Über 500 Fragen: Bürgerbeauftragter zieht erste Bilanz

München (dpa/lby) – Digitalisierung in Schulen, Landespflegegeld, Schwierigkeiten mit Behörden: Auf mehr als 500 Fragen aus der Bevölkerung ist der neue Bürgerbeauftragte des Freistaats, Klaus Holetschek (CSU), in seinen ersten hundert Tagen im Amt eingegangen. «Ich sehe mich als Radar für Themen, die nah am Bürger dran sind», sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München.

Vor allem die sozialen Themen beschäftigen die Bürger laut Holetschek. Dann versuche er, zu vermitteln. «Es ist wichtig, dass man den Bürgern zuhört und sie sich ernstgenommen fühlen – auch wenn ich das Problem nicht immer lösen kann», sagte er.

In den ersten 100 Tagen war Holetschek aber auch schon erfolgreich: Justizvollzugsbeamte mussten Reparaturen an Arbeitskleidung selbst bezahlen, die Häftlinge beschädigt hatten. Holetschek setzte sich ein – die Regelung wurde verändert. In einem anderen Fall half der Bürgerbeauftragte einem Menschen mit Behinderung, die entsprechende Parkberechtigung zu bekommen. «Da bittet man beim zuständigen Amt nochmal um Prüfung. Oft wissen die Leute selbst nicht mehr weiter.»

Am Herzen liegt Holetschek auch die Zukunft der Kommunikation mit Bürgern: «Das Thema muss neu gedacht werden.» Behörden müssten herausfinden, wie digitale Medien den Dialog vereinfachen können. Deshalb plant Holetschek parallel zu Bürgersprechstunden in den verschiedenen Regierungsbezirken auch sogenannte digitale Bürgersprechstunden: Zu aktuellen Themen interviewe er Experten und stelle die Videos dann auf Facebook.