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Trotz Unwettern gute Ernte in Sicht

München (dpa/lby) – Ungeachtet der vielen Gewitter und Hagelstürme in den vergangenen Wochen erwarten die bayerischen Bauern eine gute Ernte. «Das Wetter hat den Ackerbauern dieses Jahr größtenteils in die Karten gespielt, bis auf die lokalen Unwetterereignisse», sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Walter Heidl, am Montag laut Mitteilung.

Für die von Schäden verschonten Landwirte ist es demnach eine «gute Wuchssaison». Dessen ungeachtet rechnet Heidl mit Unwetterschäden auf etwa 120.000 Hektar – landwirtschaftlich genutzt werden in Bayern etwa drei Millionen Hektar.

«Nach dem frostigen April, der kälteste seit 83 Jahren, hat der Mai rechtzeitig so viele Niederschläge gebracht, dass das Getreide gut gewachsen ist», erklärte Agrarministerin Michaela Kaniber, die bei der diesjährigen Ernte-Pressefahrt gemeinsam mit Heidl unterwegs war.

Anders als in den drei sehr trockenen Vorjahren ist heuer überall in Bayern genügend Regen gefallen. 2020 war es für die Landwirte nur im Süden ausreichend feucht, während es in allen anderen Landesteilen zu wenig geregnet hatte. Heidl kritisierte die verschärften behördlichen und politischen Vorgaben für die Landwirtschaft im Umweltschutz und anderen Bereichen. «Immer höhere Standards und höhere Kosten bei der Arbeit auf dem Feld und im Stall führen dazu, dass unseren Bauernfamilien allmählich die Luft ausgeht.»

Der BBV-Chef kritisierte aber keineswegs nur die Politik. Vielen Verbraucherinen und Verbraucher warf er Doppelmoral vor. «Wer Regionalität und Tierwohl will, der muss auch an der Ladentheke entsprechend handeln», forderte Heidl den freiwilligen Verzicht auf Billiglebensmittel.

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