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Tödliche Schüsse in Kneipe: Mordanklage gegen Schützen

Traunreut (dpa/lby) – Nach den tödlichen Schüssen auf Gäste einer Kneipe in Traunreut hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Schützen wegen zweifachen Mordes angeklagt. Am späten Abend des 16. September 2017 hatte der damals 62-Jährige mit einem Gewehr das «Hex-Hex» in dem oberbayerischen Ort betreten und sofort gefeuert. Danach schlug er mit dem Gewehr auf Gäste ein.

Zwei Menschen im Alter von 31 Jahren starben. Die damals 50 Jahre alte Wirtin und deren Bekannte (damals 28) wurden schwer verletzt. Die Anklagebehörde wirft dem Mann deshalb auch versuchten Mord in zwei Fällen vor. Er wohnte in unmittelbarer Nähe der Kneipe. Das Motiv ist bis heute völlig unklar.

Der Mann, der vorerst weiter in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist, hat die Tat stets bestritten. Der Vorwurf gegen ihn stützt sich jedoch auf zahlreiche Sachverständigengutachten und Zeugenaussagen. Vor allem wurde in seiner Wohnung das Gewehr samt Munition sichergestellt. Der Mann hatte die Waffe illegal besessen.

Die Wirtin leidet bis heute auch körperlich an den Folgen des Angriffs, bei ihr seien bleibende gesundheitliche Schäden zu erwarten, hieß es. Das Landgericht Traunstein muss nun die Anklage noch zur Hauptverhandlung zulassen und Termine festsetzen.