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Taxifahrer in München und Nürnberg protestieren gegen Uber

München/Nürnberg (dpa/lby) – Im Kampf gegen konkurrierende Fahrdienstleiter wie Uber hat das traditionelle Taxi-Gewerbe in München und Nürnberg gleiche Wettbewerbsbedingungen gefordert. Mit Protestfahrten in beiden Städten forderten mehrere Hundert Taxifahrer am Dienstag, bei der Politik mit dem eigenen Anliegen stärker Gehör zu finden. Während für die eigenen Fahrer umfangreiche Pflichten und Auflagen gälten, zahlten die Wettbewerber teils nicht einmal den Mindestlohn an ihre Fahrer, sagte Florian Bachmann vom Taxi-Verband München am Dienstag.

Das Gewerbe fürchte zudem, dass die eigenen Vorschläge in der Diskussion um die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes zu kurz kommen. «Wir haben Vorschläge eingebracht, aber darüber wurde mit uns noch nicht gesprochen, während die Vorschläge anderer Gewerbetreibende wie Uber laut eigener Aussage schon in die Regierungsarbeit eingeflossen sind», sagte Frank Kuhle, Vorsitzender des Verbands Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen. Mit der Gesetzesnovelle will die Bundesregierung den Taxi-Markt stärker liberalisieren.

Fahrdienstleister wie Uber vermitteln in Deutschland in der Regel über eine App Fahrten an Mietwagen-Fahrer und Limousinen-Dienste. Dort gelten andere Vorgaben als für konventionelle Taxis. Die Fahrer müssen etwa Ortskenntnisse nicht in einer Prüfung nachweisen. Auch gibt es keine Fahrpreisbindung wie bei gewöhnlichen Taxis. Diese wiederum verfügen dafür über eigene Standplätze und dürfen Fahrgäste auch während der Fahrt einsammeln.

Das Unternehmen MyTaxi, das unter dem Dach von Daimler Taxi-Fahrten per App vermittelt, äußerte Verständnis für die Sorgen des Gewerbes, kritisierte aber den Streik als Mittel. «Wir müssen an alternativen Angeboten arbeiten und die Branche innovativ aufstellen», teilte das Unternehmen am Dienstag mit.