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Tausende bunte Eier schmücken Osterbrunnen in Franken

Bieberbach (dpa/lby) – Zahlreiche Touristen und Ausflügler werden rund um Ostern wieder in der Fränkischen Schweiz erwartet – der Grund sind mit bunten Ostereiern geschmückte Brunnen. Der Brauch hat nach Angaben der Tourismuszentrale mehr als 100 Jahre Tradition. Einer der bekanntesten Osterbrunnen steht in Bieberbach, einem Ortsteil des Markts Egloffstein (Landkreis Forchheim). Mit exakt 11 108 Eiern landete der Brunnen dort im Jahr 2000 erstmals im Guinnessbuch der Weltrekorde. Auch in diesem Jahr ist der Osterbrunnen seit Palmsonntag wieder ein Blickfang im Ort.

Der Brauch geht auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Der genaue Beginn ist nicht zu datieren. Die Menschen wollten mit dem Schmuck an Quellen und Brunnen nach der Schneeschmelze zum Ausdruck bringen, wie lebensnotwendig das Wasser ist. Denn gerade auf den Hochebenen der Fränkischen Schweiz war das Wasser knapp, als es noch keine Leitungen gab. Die Menschen mussten es aus dem Tal mit Eimern oder Holzbottichen mühsam auf den Berg transportieren.

Als dann aber in den 1950er Jahren in den Ortschaften Wasserleitungen gebaut wurden, geriet das Brauchtum in Vergessenheit. Seit etwa drei Jahrzehnten lebt es wieder intensiv auf. Vor allem Trachten- und Heimatvereine engagieren sich beim Schmücken der Osterbrunnen. In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz sind nun alljährlich zu Ostern wieder die Brunnen geschmückt.