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Täter im Januar in Streit verwickelt: Mit Messer

Würzburg (dpa) – Der mutmaßliche Angreifer von Würzburg hat im Januar bei einem Streit in einer Obdachlosenunterkunft zu einem Messer gegriffen und es bedrohlich in der Hand gehalten. Das sagte Wolfgang Gründler von der Generalstaatsanwalt Bamberg am Samstag in Würzburg einen Tag nach der Messerattacke des Verdächtigen mit drei Toten.

Worum es bei der Auseinandersetzung im Januar mit Mitbewohnern und Verwaltern ging, sagte Gründler nicht. Verletzt worden sei niemand. Die Polizei leitete aber ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und Beleidigung ein, der Somalier kam vorübergehend in eine Psychiatrie.

Im Juni soll der 24-Jährige zudem einen Verkehrsteilnehmer in der Würzburger Innenstadt belästigt haben. «Da hat der Beschuldigte ein verstörtes Verhalten mit psychischen Auffälligkeiten gezeigt.» Der Mann sei erneut in eine Psychiatrie gekommen, aber nach einem Tag wegen fehlenden Behandlungsbedarfes entlassen worden.

Der Somalier sei am 6. Mai 2015 nach Deutschland eingereist, sagte Unterfrankens Polizeipräsident Gerhard Kallert. Seit dem 4. September 2019 war er in Würzburg erfasst, sein Asylverfahren laufe.

Der Somalier soll am Freitagnachmittag in der Innenstadt grundlos auf ihm unbekannte Menschen eingestochen haben. Drei starben, fünf wurden schwer verletzt. Zudem gab es mindestens zwei Leichtverletzte. Bislang ist unklar, ob der zuvor psychisch auffällige Mann aus islamistischen Motiven handelte oder während der Bluttat verwirrt war.

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