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Studie: Viel Schub für Digitalisierung an Schulen

München (dpa/lby) – Digitale Unterrichtsformen an Bayerns Schulen haben in der Corona-Pandemie zwar einen enormen Schub erfahren, dennoch gibt es einer Studie zufolge weiter ungelöste Probleme. «Selbststeuerung, wackliges Internet und manchmal fehlende Endgeräte sind die Hauptprobleme des schulischen Lernens zu Hause», sagte Frank Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität am Mittwoch in München.

Es brauche auch für die Zeit nach Corona dringend eine flächendeckende Ausstattung der Schule wie der Schüler mit schnellem Internet sowie Endgeräten. Außerdem müsse Medienkompetenz systematisch in die Fachlehrpläne sowie in die Ausbildung der Lehrkräfte integriert werden, erläuterte Fischer. Sozial-interaktive statt passiv konsumierbare Lernformen müssten vermehrt eingesetzt, aber auch durch neue Prüfungsformate begleitet werden.

Außerdem müsse es nach der Pandemie eine gezielte Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Kompetenzlücken geben, betonte der Pädagogik-Experte. «Es ist vieles nicht glücklich gelaufen für einige – oder auch eine größere Gruppe von – Schülerinnen und Schülern.»

Die Ergebnisse der Neuauflage der Studie «Digitale Bildung an bayerischen Schulen» der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft zeigen, dass die Lehrkräfte im ersten Lockdown 3,5 Prozent der Schüler an den Grundschulen und 4,5 Prozent der weiterführenden Schulen überhaupt nicht erreichen konnten.

Auch hatten nicht alle zu Hause die gleiche Unterstützung. So engagierten sich die Eltern – meist die Mütter – von Schülern weiterführender Schulen im Schnitt 2,6 Stunden am Tag als Hilfslehrer. Alleinerziehende etwa brachten nur 0,3 Stunden auf.

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