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Staatsarchiv ersteigert Hitlers Münchner Mietvertrag

München (dpa/lby) – Für 6400 Euro hat das Bayerische Hauptstaatsarchiv den Münchner Mietvertrag von Adolf Hitler und andere Dokumente aus dem Nachlass des Diktators ersteigert. Hitler hatte im März 1933 als Reichskanzler eine Wohnung am Prinzregentenplatz gemietet, sagte Andreas Nestl von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns am Mittwoch. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Der Vertrag selbst sei dem Archiv gar nicht so wichtig gewesen, es sei vielmehr um die anderen Dokumente gegangen, die aus dem Nachlass von Hitlers Haushälterin stammten. Darunter sei beispielsweise auch eine Auflistung von Gemälden gewesen, die in der Wohnung des Diktators aufgehängt wurden, sagte Nestl. Die Papiere kämen nun zum restlichen Nachlass des Diktators, der sich in bayerischem Besitz befindet. Interessierte könnten die Dokumente im Archiv einsehen.

Die Versteigerung beim Auktionshaus Hermann Historica in Grasbrunn bei München vergangene Woche hatte Kritik ausgelöst. Unter anderem waren Hitlers Faltzylinder (50 000 Euro), ein Cocktailkleid seiner Gefährtin Eva Braun (4600 Euro) und eine Luxusausgabe von Hitlers «Mein Kampf» (130 000 Euro) verkauft worden. Ein libanesischer Geschäftsmann aus der Schweiz hatte für rund 600 000 Euro Gegenstände ersteigert und will sie der israelischen Organisation Keren Hajesod spenden.