Ein Spielball liegt auf dem Rasen., © Andreas Gora/dpa/Symbolbild

Polizeieinsatz: Münchner Fußballduell abgebrochen

Ein Banner mit kurdischer Flagge führt beim Regionalligaspiel zwischen Türkgücü München und den Bayern-Amateuren zu einem Polizeieinsatz mit Pfefferspray und Schlagstöcken. Nach dem Einsatz mit insgesamt 19 Verletzten wurde die Begegnung am Samstag abgebrochen.

Kurz nach Anpfiff sei ein Banner mit der Aufschrift «FC Bayern Fanklub Kurdistan» im Bereich der Bayernfans ausgerollt worden, bestätigte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Stimmung unter den Fans sei daraufhin gekippt. Die Ordner versuchten noch die Situation aufzuklären, forderten dann aber Verstärkung durch die Polizei an.

Türkische Fans des Gastgebers sahen sich nach Polizeiangaben durch das Banner provoziert. Hintergrund könnte der Anschlag in der Millionen-Metropole Istanbul am vergangenen Sonntag sein, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen und 80 verletzt wurden. Die türkische Regierung gab der PKK, der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans, und der Kurdenmiliz YPG die Schuld. Diese weisen die Verantwortung zurück.

Nachdem Aufforderungen der Bayern-Verantwortlichen und des Stadionsprechers nicht halfen, versuchte die Polizei unter dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray das Banner einzukassieren. «Gewalt ist immer das letzte Mittel, das von polizeilicher Seite eingesetzt wird. Uns ist jede Durchsetzung einer Maßnahme ohne unmittelbaren Zwang das Liebste», sagte ein Polizeisprecher. In den sozialen Netzwerken wurde die Polizei für die harten Maßnahmen kritisiert.

Neun Fans und zehn Polizisten wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Schwere der Verletzungen war am Sonntag noch unklar.

Bereits zwei Minuten nach Anpfiff war das Spiel vom Schiedsrichter wegen Auseinandersetzungen zwischen den Fans erstmals unterbrochen worden. Die Spieler wurden in die Kabinen geschickt, kamen aber wenig später zurück. Nach dem Polizeieinsatz brach der Unparteiische die Partie endgültig ab. Die Polizei führte die Fans getrennt voneinander aus dem Stadion.

Wie die Partie nun gewertet wird oder ob es eine Wiederholung geben wird, entscheidet der Bayerische Fußball-Verband. «Dass es zum Spielabbruch gekommen ist, kann beileibe nicht im Sinne des Fußballs sein – jede Form von Gewalt hat auf unseren Plätzen nichts zu suchen», erklärte der Verband.