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Söder wirft Scholz «Erbschleicherei» vor

Berlin (dpa) – CSU-Chef Markus Söder hat das jüngste Auftreten von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in «Angela-Merkel-Pose» massiv kritisiert. Es sei schon seltsam, dass sich Scholz als Nachfolger von Merkel (CDU) inszeniere, obwohl dies «natürlich so nicht stimmt», sagte Söder am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Weiter: «Das ist so ne Art Erbschleicherei». Dies sei nicht zu akzeptieren. Scholz hatte sich vergangene Woche für das «SZ Magazin» mit zur Raute gefalteten Händen fotografieren lassen – das Markenzeichen von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Scholz sei ein erfahrener Finanzminister, das sei unstrittig, zugleich sei Scholz aber auch nur ein Teil des SPD-Teams. Wer Scholz wähle, der stimme auch für deutlich Linkere in der Partei wie Parteichefin Saskia Esken oder Parteivize Kevin Kühnert. Und deren Ziel sei es, die Gesellschaft in Deutschland umzubauen. Scholz habe ja auch jüngst in einem Interview erklärt, er könne sich durchaus ein Bündnis mit der Linken vorstellen.

Söder betonte, die Union müsse angesichts der schlechten Umfragen nun die verbleibende Zeit bis zur Wahl nutzen, um ihre inhaltlichen Positionen zu betonen und auch um die Unterschiede zu den anderen Parteien deutlich zu machen. Große Hoffnung setze er dabei auf die drei TV-Trielle der Spitzenkandidaten. Laschet könne hier seine Inhalte in den Vordergrund rücken. So würden SPD und Grüne etwa auf Steuererhöhungen setzen, die Union wolle lieber mit Senkungen den Aufschwung nach der Corona-Krise stärken und so auch mehr Steuereinnahmen und Arbeitsplätze generieren.

Dass es in Umfragen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD, Grünen und der Union gebe, überrasche ihn nicht, sagte Söder. Er habe bereits von einem Jahr vor einem Wimpernschlagfinale bei der Bundestagswahl gewarnt. Immerhin verlasse mit Merkel eine amtierende Kanzlerin die Regierung, deren Arbeit mit den Leistungen von Helmut Kohl und Konrad Adenauer (beide CDU) vergleichbar sei. Es sei ganz normal, dass die Menschen sich dann fragten, ob es zur Wahl einen Wechsel zu etwas Neuem brauche. Genau dies müsse die Union nun mit Inhalten füllen und zeigen, wie sie in Zukunft weiterregieren wolle.

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