Markus Söder spricht nach der Trauermesse für den emeritierten Papst Benedikt XVI. in der Kirche Santa Maria dell Anima., © Sven Hoppe/dpa

Söder: Benedikt XVI. stellte sich Verantwortung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in Rom daran erinnert, dass Benedikt XVI. sich als Papst mit den Missbrauchsfällen auseinandergesetzt hatte. Sein Pontifikat sei kein einfaches gewesen, sagte Söder am Donnerstagabend nach der Trauermesse für Papst Benedikt XVI. in Rom.

Gerade das große Unrecht der Missbrauchsfälle habe den Pontifex sehr getroffen. Aber er habe sich der Verantwortung gestellt. Er sei der erste Papst gewesen, der mit Opfern gesprochen und das Leid anerkannt habe; durch seine Anordnung seien Priester entlassen worden. Er habe sich auch selbst Fragen stellen müssen – «und das tat er auch», sagte Söder bei einer Vesper mit Kardinal Reinhard Marx in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima in Rom.

Der am Silvestertag gestorbene emeritierte Papst war zuletzt wegen seines Verhaltens im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in die Kritik geraten, auch ihm wurde in einem Gutachten Fehlverhalten vorgeworfen.

Söder brachte zudem eine «Mission bei uns zuhause» ins Spiel. Denn auch wenn die Institution Kirche sich in der Krise fühle, glaube er, dass der Glauben Attraktivität habe. Im Glauben sei Hoffnung.

Der Tod Benedikts bedeute den Abschied von einem großen Bayern und von einem der wichtigsten Theologen, sagte Söder weiter. Er habe die Aufgabe als Papst ohne Eitelkeit angenommen und sie, als die Kräfte schwächer wurden, ohne Eitelkeit auch wieder abgegeben. Er sei der erste bayerische Papst gewesen – es werde wohl lange dauern, bis sich das wiederhole. «Sein Herz hat für Bayern geschlagen.»