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Trotz Verbots operiert? Chirurg will Approbation zurück

München (dpa/lby) – Er soll Nasen- und Brust-OPs vorgenommen haben, obwohl es ihm verboten war – deshalb verlor ein Arzt für Plastische Chirurgie seine Zulassung. Am Montag hat sich der Mann vor dem Verwaltungsgericht München gegen den Verlust der sogenannten Approbation gewehrt. Behörden werfen ihm vor, Leben und Gesundheit seiner Patienten gefährdet zu haben.

Die Richter entschieden in der Hauptverhandlung, das Verfahren schriftlich weiterzuführen. Eine Entscheidung soll erst einige Zeit später fallen. Nach Angaben des Münchner Referats für Gesundheit und Umwelt laufen derzeit 80 Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung von ehemaligen Patienten gegen den Mann, die auf Behandlungen vor Entzug der Approbation zurückgehen. In einem Fall werde auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurden dem Arzt bestimmte Eingriffe untersagt und der Operationssaal seiner Münchner Praxis versiegelt. Bei einer unangemeldeten Begehung trafen Behördenmitarbeiter dennoch eine frisch behandelte Patientin an, an der laut Gutachten ein sogenannter Facelift vorgenommen worden war.

Das Gesundheitsreferat und die Gewerbeaufsicht werfen dem Arzt Verstöße gegen Vorsorge- und Hygienevorschriften vor. Er habe ohne erforderliche Anmeldung Operationen vorgenommen und in seiner Praxis sei die Sicherheit der Patienten nicht gewährleistet gewesen. Zudem habe er sich mit Betäubungsmitteln berauscht und damit Zweifel an seiner Eignung geschürt.

Der Kläger argumentierte vor Gericht, er habe stets versucht, alle Auflagen einzuhalten. Den Drogenmissbrauch habe er mit einer Therapie in den Griff bekommen. An der Patientin, auf die die Aufsichtsmitarbeiter in der Praxis gestoßen waren, habe er lediglich einen oberflächlichen Eingriff vorgenommen. Der Entzug der Approbation habe ihn schwer getroffen, derzeit müsse er im Baugewerbe arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.