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Salihamidzic über Fluchterfahrung: «Jeden Tag geheult»

München (dpa) – Hasan Salihamidzic hat nach seiner Flucht aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland unter der Trennung von seiner Familie gelitten. «Während der ersten drei Monate habe ich jeden Tag geheult. Papa, Mama und meine Schwester waren das Wichtigste für mich», erzählte der Sportvorstand des FC Bayern München im Interview dem «DFL Magazin». «Aber mein Vater wollte mich unbedingt in Sicherheit bringen. Die Front verlief im Sommer 1992 ganz in der Nähe unserer Stadt Jablanica in Bosnien.»

Salihamidzic wurde 1992 mit 15 Jahren von seiner Familie nach Hamburg geschickt, wo er später eine Bundesligakarriere starten konnte. «Ich hatte vor meiner Abreise die wichtigsten Sätze und Ausdrücke in ein kleines Buch geschrieben. Einer davon war: „Ich möchte eine Limonade“», erinnerte sich Salihamidzic an seinen ersten Satz auf Deutsch.

Salihamidzic ist seit 2020 Sportvorstand beim deutschen Rekordmeister FC Bayern. Der 44-Jährige ist von Integration durch den Fußball überzeugt. «Im Fußball zählt, was du kannst. Nicht, wer du bist. Und Fußball macht es einem auch relativ leicht, Anschluss zu finden», sagte er.

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