© Timm Schamberger

Rückkehr aus München: Ausstellung alter Handschriften

Bamberg (dpa/lby) – Wertvolle Handschriften aus dem Mittelalter zeigt die Staatsbibliothek Bamberg von diesem Montag (7. Mai) an. Dazu kehren auch zwei Exponate kurzzeitig aus München zurück, die einst im Zuge der Säkularisation von Bamberg dorthin gebracht wurden: Das Reichenauer Evangeliar mit seinem prachtvollen Goldschmiedeeinband entstand vermutlich um das Jahr 1000 und gehörte einst zum Bamberger Domschatz – ehe es 1803 nach München gebracht wurde.

Die Handschrift «Bamberger Apokalypse» wird zwar in Bamberg aufbewahrt, war aber einst mit einer Achatplatte verziert, die ebenfalls Anfang des 19. Jahrhunderts nach München kam. Aus der Schatzkammer der Residenz kommt sie nun für die Ausstellung wieder nach Bamberg.

Ausgestellt wird neben der mehr als 1000 Jahre alten Apokalypse auch der Kommentar zum Hohelied und zum Buch Daniel aus dem Bestand der Bamberger Staatsbibliothek. Zudem ist das Lorscher Arzneibuch zu sehen – es stammt aus der Zeit Karls des Großen. Ergänzt wird die Schau von acht Codices der Bamberger Domschule.

Die Werke zeigten, dass Bamberg im frühen Mittelalter ein kultureller Kristallisationspunkt gewesen sei, an dem schöpferische Energie aus ganz Europa zusammengeflossen sei, teilte die Staatsbibliothek mit. Die Sonderausstellung endet am 28. Juli.

Dass viele Kulturschätze aus Franken seit mehr als 200 Jahren in München lagern, führt immer wieder zu Missstimmung in den drei fränkischen Regierungsbezirken. Der Fränkische Bund hatte beispielsweise 2009 in einer Petition gefordert, Kunstschätze wie den Bamberger Domschatz oder das Würzburger Herzogsschwert dauerhaft nach Franken zurückzugeben – allerdings vergeblich.