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Reichhart nach Maskenaffäre neuer Günzburger CSU-Chef

Günzburg (dpa/lby) – Bayerns ehemaliger Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart soll den von der Unions-Maskenaffäre erschütterten CSU-Kreisverband Günzburg aus der Krise führen. Bei der Neuwahl des Vorstands wurde der 39-Jährige am Donnerstagabend in Günzburg mit mehr als 99 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Reichhart folgt auf Alfred Sauter, gegen den die Münchner Generalstaatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts ermittelt.

Der neue Kreischef rief die Christsozialen in der Region dazu auf, in die Zukunft zu schauen. Reichhart war sechs Jahre lang Landesvorsitzender der Jungen Union. Im vergangenen Jahr wechselte der Bauminister von der Landespolitik ins Kommunale und wurde im schwäbischen Günzburg zum Landrat gewählt.

Die Affäre um mögliche Provisionszahlungen an Politiker im Zusammenhang mit dem Kauf von Corona-Masken durch den Staat begann im Februar mit einer Durchsuchung des Bundestagsbüros von Georg Nüßlein. Auch das Wahlkreisbüro des Abgeordneten in Günzburg wurde durchsucht. Nüßlein trat wenig später aus der CSU aus.

Gegen Nüßlein, den Landtagsabgeordneten Sauter und weitere Beschuldigte wird von der Staatsanwaltschaft in einem Verfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern ermittelt. Beide Politiker weisen die Vorwürfe zurück. Wie lange die Ermittlungen dauern, ist nach Angaben eines Justizsprechers noch unklar.

Sauter, früher bayerischer Justizminister, hatte seine Parteiämter wegen der Vorwürfe niedergelegt. Er hatte den Günzburger Kreisverband 25 Jahre lang geführt.

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