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Radfahrer in Bayern unzufrieden: Sicherheit kritisch

München (dpa/lby) – Die Radfahrer in Bayern haben ihren Kommunen ein überwiegend schlechtes Zeugnis ausgestellt. Lediglich Erlangen schaffte es beim aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in die bundesweite Spitzengruppe, wie der ADFC-Landesverband am Dienstag in München mitteilte. Bei der Familienfreundlichkeit führen die Mittelfranken sogar die Rangliste in ihrer Größenklasse an.

Insgesamt aber habe sich Bayern nicht weiterentwickelt, sondern folge dem bundesweiten Trend sinkender Zufriedenheitswerte, sagte die Landesvorsitzende Bernadette Felsch. «Im Regelfall reicht es nur für eine befriedigende oder gar ausreichende Bewertung – vor allem in puncto Sicherheit.»

Aus Sicht der Radler sind vor allem Falschparker, die mit ihren Autos oder Lastern auf den Radwegen stehen, ein besonders großes Problem. Auch die Wegführung in Baustellen sowie die Ampelschaltungen für Radler bekommen schlechte Noten, ebenso wie die fehlende Breite der Radwege. «Die alarmierende Botschaft ist, dass sich die Radfahrenden nicht sicher fühlen», erläuterte Felsch. Auch fehlende Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Nahverkehr würden allerorts bemängelt.

Ohne konkreten Maßnahmenplan werde der Freistaat sein Ziel, den Anteil des Radverkehrs bis 2025 von derzeit 11 auf dann 20 Prozent zu steigern, verfehlen, betonte Felsch. Bei der bundesweiten Online-Umfrage hatten vergangenen Herbst mehr als 19 000 Menschen aus dem Freistaat mitgemacht und die Fahrradfreundlichkeit ihrer jeweiligen Städte und Gemeinden in zahlreichen Kategorien bewertet.