Blumen und Kerzen vor dem abgesperrten Kaufhaus, wo ein Mann Menschen mit einem Messer attackiert hatte., © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Psychiatrische Gutachten im Prozess gegen Messerstecher von Würzburg

Die beiden Experten sollen vor dem Landgericht Würzburg berichten, welchen Eindruck sie von dem Beschuldigten haben und warum dieser ihrer Ansicht nach bei der Tat im Juni vergangenen Jahres schuldunfähig war. Die im Ermittlungsverfahren beauftragten Sachverständigen waren nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft München unabhängig voneinander zu diesem Ergebnis gekommen.

Stimmen in seinem Kopf sollen den Flüchtling aus Somalia zu dem Angriff auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen gebracht haben. Befürchtungen kurz nach der Tat, der Mann habe aus terroristischen Gründen oder religiösen Überzeugungen gehandelt, bestätigten sich in dem seit April laufenden Sicherungsverfahren bisher nicht. Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter sowie auf einen extremistischen Hintergrund gibt es auch nicht. Drogen oder Alkohol hatte der Verdächtige laut toxikologischem Gutachten nicht eingenommen.

In der kommenden Woche könnten die Plädoyers und das Urteil kommen. Der Prozess findet wegen Platzmangels nicht im Justizzentrum statt, sondern an wechselnden Orten, an diesem Freitag in einer Veranstaltungshalle im nahen Estenfeld.

Der Beschuldigte hatte am 25. Juni 2021 in der Innenstadt von Würzburg drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer getötet. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals 11-jähriges Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte.

Der Mann um die 30, dessen genaues Alter den Behörden nicht bekannt ist, hat die Vorwürfe eingeräumt und sein Bedauern ausgedrückt.

Die Generalstaatsanwaltschaft München glaubt, der Migrant habe aus Hass auf Deutschland gehandelt. Sie will ihn dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen, weil er allgemeingefährlich sein soll.