Prozess wegen Online-Anlagebetrug

Zwei mutmaßlich führende Mitglieder einer internationalen Bande stehen ab dem kommenden Mittwoch wegen Online-Anlagebetrugs in Millionenhöhe vor dem Landgericht in Nürnberg. Für den Prozess sind bis Ende Januar 2023 20 Verhandlungstage angesetzt. Das wird ein echter Mammutprozess. Denn  es sind zahlreiche Zeugen, darunter auch Polizeibeamte und Geschädigte, geladen sowie umfangreiche Beweisunterlagen zu sichten, sagte eine Gerichtssprecherin heute.

 

Die für solche Verbrechen zuständige  Generalstaatsanwaltschaft Bamberg wirft den beiden 28 und 31 Jahre alten Angeklagten gewerbs- und bandenmäßigen Betrug sowie die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung als Rädelsführer vor. Die international organisierte Gruppe soll Online-Trading-Plattformen für Finanzprodukte geschaffen und über Call-Center Anleger aus Deutschland und anderen europäischen Ländern angeworben haben. Das Geld sollen die Täter aber nicht angelegt, sondern über ein Geflecht aus wechselnden Firmen und Scheinfirmen weitergegeben haben.

Die beiden in Nürnberg Angeklagten sollen ab Mitte 2017 beziehungsweise Mitte 2020 Manager eines Call-Centers in Bulgarien gewesen sein, dass für die Anleger aus dem deutschsprachigen Raum zuständig gewesen sein soll. Der Anklage zufolge sollen sie für einen Schaden von mehr als 14 Millionen Euro beziehungsweise mehr als 8 Millionen Euro verantwortlich sein.