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Prozess gegen rechtsextreme «Weiße Wölfe Terrorcrew» beginnt

Bamberg (dpa/lby) – Eine Woche nach der Festnahme mutmaßlicher Rechtsterroristen aus Chemnitz dürfte dieser Prozess viel Beachtung finden: Von Mittwoch an müssen sich vier Rechtsextremisten wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 39 Jahren. Sie sollen mit Straftaten gegen eine Asylbewerberunterkunft gedroht und Sprengstoffdelikte begangen haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sich als Mitglieder der Sektion Bayern-Franken der verbotenen rechtsextremen Vereinigung «Weiße Wölfe Terrorcrew» radikalisiert zu haben. Ihr Ziel sei es gewesen, politisch linke Menschen und Gruppierungen sowie Ausländer zu bekämpfen. Das Quartett saß zunächst in Untersuchungshaft, kam später aber auf freien Fuß.

Zwei der Angeklagten sollen am 19. August 2015 mit Angriffen auf eine Asylunterkunft in Bamberg gedroht haben. Den Ermittlungen zufolge planten sie zudem als Mitglieder des Führungszirkels der Gruppe Gewalttaten und den Einsatz verbotener Pyrotechnik, die sie im Internet bestellt hatten.

Die Staatsanwaltschaft erhob im September 2016 Anklage. Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den rechtsextremen Verein «Weiße Wölfe Terrorcrew» kurz zuvor verboten.

Am vergangenen Montag wurden in Sachsen und Bayern sieben mutmaßliche Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppe «Revolution Chemnitz» festgenommen. Sie sollen bewaffnete Angriffe auf Ausländer, Politiker und Journalisten ins Auge gefasst haben. Laut Bundesanwaltschaft wollte die Gruppe am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zur Tat schreiten.